Anthropic veröffentlicht eine neue Nutzungsrichtlinie, sie gilt ab dem 12. November
Anthropics neue Nutzungsrichtlinie streicht ab dem 12. November das pauschale Verbot personalisierter Wähler- und Kampagnenansprache mit Claude, das auch mehrsprachige Wählerinformation gemeinnütziger Organisationen und Hinweise von Wahlbehörden traf; verboten bleiben Täuschung von Wählern, Störung von Wahlen und der Missbrauch von Wählerdaten.
Anthropic hat am 8. Oktober eine neue Fassung seiner Usage Policy veröffentlicht, also der Regeln, nach denen Claude eingesetzt werden darf. Sie gilt ab dem 12. November. Nach Anthropics Darstellung klären die meisten Änderungen bestehende Regeln und zeigen mit neuen Beispielen, wie sie auf Claudes längere und selbstständigere Arbeit anzuwenden sind. Dazu kommen genauere Anforderungen für Hochrisikofälle in Gesundheit und Finanzen, Kontrollen für den Fall, dass Claude selbstständig physische Handlungen ausführt, und Regeln gegen missbräuchliches Verhalten gegenüber den Modellen. Die Änderung mit den greifbarsten Folgen steht im Wahlabschnitt.
Ein eigener Abschnitt für falsche Konten und erfundene Nachrichtenseiten
Anthropic beschreibt Fälle, in denen staatliche Medien, Propagandabüros von Regierungen und kommerzielle Firmen mit Claude Netzwerke aus falschen Konten und erfundenen Nachrichtenseiten betrieben haben. Verboten war das schon vorher, die Regeln lagen aber verstreut in den Abschnitten zu Wahlen, Betrug, Datenschutz und Desinformation. Jetzt stehen sie gesammelt in einem Abschnitt mit dem Titel Do Not Engage in Deceptive Campaigns or Artificial Activity. Er gilt für täuschende Aktivität jeder Art, politische wie kommerzielle. Erfasst sind Versuche, zu verschleiern, wer hinter einer Botschaft steht, das Verstärken von Inhalten über falsche Konten oder Beiträge und der Bau der Werkzeuge und der Infrastruktur, mit denen solche Einflusskampagnen laufen. Ob eine Partei oder ein Händler dahintersteht, spielt für die Einordnung damit keine Rolle mehr.
Die Wahlbehörde fiel unter dasselbe Verbot wie die Kampagne
Unter der alten Fassung verstieß gegen die Richtlinie, wer Claude für personalisierte Wähler- oder Kampagnenansprache nutzte, gleich in wessen Auftrag. Das Verbot war pauschal formuliert und traf deshalb auch Arbeit, die mit Wahlkampf wenig zu tun hat. Anthropic nennt selbst zwei solche Fälle: gemeinnützige Organisationen, die mit Claude Informationen für Wähler in anderen Sprachen schreiben, und Wahlbehörden, die Hinweise zur Nachbesserung von Stimmzetteln verschicken. Beides fiel unter die alte Regel, und beides ist mit der neuen Fassung erlaubt, weil das pauschale Verbot gestrichen ist.
Der Wahlabschnitt heißt jetzt Do Not Undermine Democratic Processes. Er richtet sich gegen den Einsatz von Claude, um Wähler zu täuschen oder Wahlen zu stören. Als Beispiele nennt Anthropic falsche Angaben über Kandidaten oder über den Weg zur Stimmabgabe, das Auftreten im Namen von Kandidaten oder Wahlbeamten und Versuche, die Wahlbeteiligung zu drücken. Das Verhalten, das die alte Regel einmal begründet hat, bleibt nach Anthropics Angabe verboten: gezielte Ansprache, die auf Täuschung beruht oder persönliche Daten von Wählern missbraucht.
Täuschung entscheidet, auch im Wahlkampf
Nahe liegt, die Streichung als Lockerung für politische Kampagnen zu lesen. Das Material stützt diese Lesart nur zum Teil. Anthropic stellt die Streichung in eine Reihe mit der Schärfung des Wahlabschnitts und begründet sie mit der legitimen Arbeit für das Gemeinwesen, die das alte Verbot erfasste. Zugleich ist der neue Abschnitt zu täuschenden Kampagnen breiter angelegt als die frühere Wahlregel, denn er schließt kommerzielle Fälle und den Bau der Infrastruktur ein. Wer Wähleransprache mit Claude plant, steht damit vor einer anderen Prüffrage: ob verschleiert wird, wer spricht, ob falsche Konten Reichweite vortäuschen und ob Wählerdaten zweckwidrig verwendet werden.
Wie Anthropic im Einzelfall feststellt, ob eine gezielte Ansprache auf Täuschung beruht, beschreibt die Ankündigung nicht. Auch für die Anforderungen in Gesundheit und Finanzen, die Kontrollen bei physischen Handlungen und die Regeln zum Umgang mit den Modellen nennt die Zusammenfassung nur die Richtung; die Einzelheiten stehen im Richtlinientext selbst. Bis zum 12. November gilt die bisherige Fassung.
Quellen
1 Eintragalle erreichbar
Erreichbarkeit automatisch geprüft
Ankündigung des Herstellerserreichbar
2026 Usage Policy update (externe Seite, anthropic.com)
anthropic.comgeprüft 25.10.2026
Anthropic fasst die Änderungen der Usage Policy zusammen, nennt das Datum des Inkrafttretens und den neuen Abschnitt zu täuschenden Kampagnen.