Tiefe
Gleiches Kapitel, drei Tiefen. Die Wahl gilt überall und bleibt gespeichert.

GrundlagenVibe-Coding / Agentic EngineeringKapitel 09von 13 im Pfad

Subagenten und Schleifen

Tiefe 1: Überblick · Lesezeit 9 Min. · Stand

Das Kontextfenster ist die knappe Größe dieses ganzen Kurses. Jede gelesene Datei, jede Ausgabe eines Befehls, jeder Suchtreffer liegt darin und wird bei jedem weiteren Schritt mitbezahlt.

Ein Subagent ist die Antwort darauf. Er bekommt eine Aufgabe, arbeitet sie in einem eigenen Fenster ab und gibt nur das Ergebnis zurück.

Wofür man ihn nimmt

Der Hersteller beschreibt den Anlass über den Abfall statt über die Aufgabe:

Use one when a side task would flood your main conversation with search results, logs, or file contents you won’t reference again: the subagent does that work in its own context and returns only the summary. (externe Seite, code.claude.com)

Der entscheidende Halbsatz ist der über die Dinge, die man kein zweites Mal braucht. Wer eine Antwort sucht, liest oft dreißig Dateien und braucht am Ende zwei Sätze davon. Die anderen achtundzwanzig bleiben trotzdem im Fenster liegen und verdrängen dort, was noch kommt.

Im Nebenraum stapelt sich das gelesene Material, durch die Tür kommt ein einzelnes Blatt zurück. Zwei Räume mit einer Tür dazwischen, fast ohne Beschriftung: drinnen stapelt sich das Material, durch die Tür kommt ein Blatt zurück. DIE UNTERHALTUNG die Antwort bleibt übersichtlich TUER DER NEBENRAUM alles Gelesene bleibt hier Die Zahl der Blätter ist ein Beispiel. Gemessen ist hier nichts.

seitlich verschiebbar

Die Suche findet im Nebenraum statt. Zurück in die Unterhaltung kommt das Ergebnis, ohne die dreißig gelesenen Dateien.

eigene Darstellung, Stand 04.08.2026

Drei Aufgaben, bei denen es sich lohnt

Suchen und Nachschlagen. Eine Frage nach dem Aufbau eines Teilsystems, die Dutzende Dateien berührt. Zurück kommt die Antwort.

Läufe mit viel Ausgabe. Ein Testlauf, der zweitausend Zeilen erzeugt, von denen sechs interessant sind. Der Auftrag lautet dann, die fehlgeschlagenen Fälle mit ihren Meldungen zu berichten.

Eine zweite Meinung. Der Fall aus Kapitel 07: Ein Prüfer bekommt den Unterschied und die Maßstäbe in einem frischen Fenster, ohne den Weg zu kennen, auf dem das Ergebnis entstanden ist.

Was es kostet

Zwei Posten, und beide werden unterschätzt.

Der erste ist die Anlaufzeit. Ein Subagent fängt bei null an und muss sich erst zusammensuchen, was in der Hauptunterhaltung längst dasteht:

Latency matters. A subagent that isn’t a fork starts fresh and may need time to gather context (externe Seite, code.claude.com)

Die Ausnahme im Zitat heißt Fork. Er übernimmt alles, was die Hauptunterhaltung in dem Moment hat (externe Seite, code.claude.com), in dem er startet, und spart sich damit das Zusammensuchen. Für jeden anderen Subagenten bleibt die Anlaufzeit.

Der zweite ist die Rückgabe. Sie landet im Hauptfenster, und wenn sie ausführlich ausfällt, ist genau der Platz wieder belegt, den man sparen wollte. Ein Auftrag an einen Subagenten sagt deshalb am besten dazu, wie knapp die Antwort sein soll.

Wann die Hauptunterhaltung die bessere Wahl ist

Ein Subagent taugt für abgeschlossene Aufgaben. Sobald es hin und her geht, wird er umständlich: Jede Rückfrage kostet einen neuen Anlauf, und der Zusammenhang, den die Hauptunterhaltung mitbringt, fehlt ihm.

Die Faustregel lautet: Wer die Zwischenschritte sehen will, bleibt in der Hauptunterhaltung. Wer nur das Ergebnis braucht, schickt jemanden los.

Für mehrere Beteiligte, die gleichzeitig am selben Projekt arbeiten, gibt es eine eigene Bauform mit eigenen Regeln. Sie steht in Kapitel 04, weil ihre entscheidende Bedingung die Aufteilung der Dateien ist.

Quellen

6 Einträgealle erreichbar

Erreichbarkeit automatisch geprüft

  • Dokumentationerreichbar

    Anthropic, Create custom subagents (externe Seite, code.claude.com)

    code.claude.comgeprüft 24.09.2026

    Die Herstellerdokumentation zu Subagenten. Sie beantwortet die Frage, wozu man sie nimmt, über den Kontext statt über die Arbeitsteilung: Eine Nebenaufgabe, deren Suchtreffer, Protokolle und Dateiinhalte niemand wieder braucht, läuft in einem eigenen Fenster und gibt nur die Zusammenfassung zurück. Dazu die Kanten, die man beim Bauen trifft: eigene Tool-Liste und eigene Berechtigungen, eine Anlaufzeit, weil ein Subagent bei null anfängt, und die Beobachtung, dass viele ausführliche Rückgaben denselben Platz kosten, den man sparen wollte.

  • Dokumentationerreichbar

    Anthropic, Best practices for Claude Code (externe Seite, code.claude.com)

    code.claude.comgeprüft 24.09.2026

    Die Sammlung der Muster, die sich bei Anthropic intern und bei Anwendern bewährt haben. Der erste Abschnitt der Seite ist zugleich ihre stärkste Aussage: Ein Agent braucht eine Prüfung, die er selbst fahren kann, sonst ist der Mensch die Prüfschleife und jeder Fehler wartet darauf, bemerkt zu werden. Die Seite nennt vier Stufen, wie hart die Prüfung das Ende einer Runde blockiert, vom Satz im Auftrag über eine Zielbedingung und einen Stop-Hook bis zum zweiten Modell, das den eigenen Befund zu widerlegen versucht. Sie ist außerdem die Quelle für den Unterschied zwischen einer Projektanweisung und einem Hook: Die eine ist beratend, der andere läuft.

  • Dokumentationerreichbar

    Anthropic, Explore the context window (externe Seite, code.claude.com)

    code.claude.comgeprüft 24.09.2026

    Die Herstellerseite zum Kontextfenster, aufgebaut als begehbare Simulation einer Sitzung. Sie ist die Quelle für den Satz, dass das Verdichten das Gespräch durch eine strukturierte Zusammenfassung ERSETZT, statt es zu verwerfen: Zum Ereignis "/compact" steht dort wörtlich "Replaces the conversation with a structured summary." Ebenfalls von dort die Ausnahme, dass die Liste der verfügbaren Skills als einziger Teil des Startinhalts nach dem Verdichten nicht erneut eingesetzt wird; erhalten bleiben nur die tatsächlich aufgerufenen. Sie belegt außerdem, dass die Startfüllung ohne Zutun geschieht: "Before you type anything: CLAUDE.md, auto memory, MCP tool names, and skill descriptions all load into context." Die Umgebungsangaben stehen in der begehbaren Simulation als eigener Posten "Environment info" mit 280 Token und der Kennzeichnung auto, beschrieben als "Working directory, platform, shell, OS version, and whether this is a git repo. Git branch, status, and recent commits load as a separate block at the very end of the system prompt." Dieser Text liegt in den Daten der Simulation und wird erst beim Anklicken des Punktes sichtbar, deshalb ist er nicht als Zitat hinterlegt.

  • Originalarbeiterreichbar

    OpenAI, Harness engineering: leveraging Codex in an agent-first world (externe Seite, openai.com)

    openai.comgeprüft 24.09.2026

    Ryan Lopopolo berichtet am 11. Februar 2026 über ein Team, das fünf Monate lang ein Produkt gebaut hat, ohne eine Zeile von Hand zu schreiben. Der Wert des Berichts liegt in den Nebenwirkungen, die er offenlegt: Der Agent wiederholt vorhandene Muster einschließlich der schlechten, das Team verbrachte einen Tag der Woche mit Aufräumen, bis es die Regeln maschinell verankerte. Auch das Datum zählt, denn der Begriff Harness stand sechs Tage vorher zum ersten Mal geschrieben.

  • Artikelerreichbar

    The Anatomy of an Agent Harness (externe Seite, blog.langchain.com)

    blog.langchain.comgeprüft 24.09.2026

    Vivek Trivedy zieht am 11.03.2026 die Definition nach, die sich durchgesetzt hat: Alles, was nicht das Modell ist, gehört zum Harness. Die Quelle für die Formel, mit der der Begriff heute erklärt wird.

  • Artikelerreichbar

    My AI Adoption Journey (externe Seite, mitchellh.com)

    mitchellh.comgeprüft 24.09.2026

    Mitchell Hashimoto beschreibt am 05.02.2026 seinen Weg zur Arbeit mit Agenten. Der fünfte Abschnitt heißt „Engineer the Harness“ und ist die Stelle, an der das Wort seine heutige Bedeutung bekommt: Der Autor sagt selbst, dass er keinen eingeführten Ausdruck dafür kennt, und vergibt einen. Damit ist die Prägung belegt und zugleich, dass es vorher keinen Namen gab.

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