GrundlagenConversational AIKapitel 12 von 12

Was nach dem Gespräch übrig bleibt

Gleiches Kapitel, drei Tiefen. Die Wahl gilt überall und bleibt gespeichert.

Tiefe 1: Überblick · Lesezeit 8 Min. · Stand

Ein Anrufer legt auf. Was bleibt, ist ein Transkript, und das ist weniger, als man denkt.

Im Chatfenster sieht der Nutzer, was passiert. Ein Tool wird aufgerufen und zeigt sich als Kästchen, eine Suche läuft und nennt ihre Treffer, eine Prüfung schlägt an und schreibt es hin. Am Telefon sieht der Anrufer nichts. Zwischen seiner Frage und der Antwort liegen Sekunden, in denen mehrere Systeme miteinander gesprochen haben, und davon ist im Transkript keine Spur.

Deshalb zeichnen die Werkzeugkästen mehr auf als den Text. Der Begriff dafür ist der Trace, auf Deutsch Ablaufspur. OpenAI beschreibt ihn in der Anleitung zur Bewertung von Agenten (externe Seite, developers.openai.com) als vollständige Aufzeichnung eines einzelnen Durchlaufs, vom ersten bis zum letzten Schritt: Modellaufrufe, Tool Calls, Prüfungen und Übergaben.

Sie besteht aus Abschnitten, und jeder davon steht laut Tracing-Doku des Agents SDK (externe Seite, openai.github.io) für einen Vorgang mit Anfangs- und Endzeit.

Damit hat man, was ein Transkript nicht hergibt: eine Reihenfolge mit Uhrzeiten.

Warum die Reihenfolge zählt

Ein Beispiel aus einem eigenen Projekt, einem Sprachagenten am Kiosk-Terminal. Ein Besucher fragte nach einer Person, das System antwortete, es habe dazu nichts gefunden. Im Transkript sah das aus wie eine Wissenslücke: Frage gestellt, Antwort negativ, Datenbestand offenbar unvollständig.

Der Trace zeigte etwas anderes. Die Suchanfrage, die die Antwort geliefert hätte, lief nach der Absage. Das System hatte geantwortet, bevor es nachgesehen hatte.

Ein solcher Befund lässt sich aus einem Transkript nicht gewinnen, und aus einer Fehlerquote erst recht nicht. Er hängt an zwei Uhrzeiten.

Was von selbst mitläuft

Bei mindestens einem Werkzeugkasten ist die Aufzeichnung der Ausgangszustand: Im Agents SDK von OpenAI ist das Tracing laut Doku (externe Seite, openai.github.io) ab Werk eingeschaltet.

Das ist bequem, und es hat eine Kehrseite, die in der Tiefe dieses Kapitels steht.

Quellen

4 Einträge, davon 1 Schlüsselarbeitalle erreichbar

Erreichbarkeit automatisch geprüft

  • SchlüsselarbeitDokumentationerreichbar

    OpenAI, Agents SDK, Aufzeichnung (externe Seite, openai.github.io)

    openai.github.iogeprüft 25.10.2026

    Beschreibt, was ein Durchlauf hinterlässt: einen Baum aus Abschnitten mit Anfang und Ende, je einer für Modellaufruf, Tool Call, Prüfung und Übergabe. Der Satz, auf den es ankommt, steht im Abschnitt über sensible Daten: Die Aufzeichnung läuft von sich aus mit, und bei Sprache heißt das den Ton selbst, als Rohdaten in der Aufzeichnung. Abschalten lässt sich beides, für Text und Ton getrennt. Ab Werk gehen die Abschnitte gesammelt an OpenAIs eigenes Backend; wer sie dort nicht haben will, ersetzt den Weg, eine zusätzliche eigene Verarbeitung lässt ihn bestehen. Mit einer Vereinbarung ohne Datenaufbewahrung steht das Tracing nicht zur Verfügung.

  • Dokumentationerreichbar

    OpenAI, Abläufe von Agenten bewerten (externe Seite, developers.openai.com)

    developers.openai.comgeprüft 25.10.2026

    Beschreibt die Bewertung eines aufgezeichneten Durchlaufs als schnellsten Weg zu Fehlern auf Ablaufebene. Der Durchlauf hält Modellaufrufe, Tool Calls, Prüfungen und Übergaben eines einzelnen Laufs fest, und Bewerter vergeben dafür Punkte nach festgelegten Kriterien. Die Fragen dahinter richten sich an das Verhalten: ob das richtige Tool gewählt wurde, ob eine Übergabe stattfand, als sie fällig war.

  • Dokumentationerreichbar

    Rasa, Auswertung geführter Gespräche (externe Seite, rasa.com)

    rasa.comgeprüft 25.10.2026

    Zeigt, wohin die Daten eines Sprachdialogs fließen, wenn man sie auswerten will, und dass der Hersteller dafür keine fertige Ansicht liefert. Die Kennzahl, die in diesem Feld am häufigsten genannt wird, ist eng gefasst: Sie zählt die Gespräche, die ohne einen Menschen zu Ende gingen. Was dabei herauskam, zählt sie nicht. Dieselbe Seite rechnet dafür eine zweite Größe vor, die Quote der Gespräche, deren Ablauf abgeschlossen wurde, samt Gegenstück für die abgebrochenen.

  • Dokumentationerreichbar

    OpenAI, Data controls in the OpenAI platform (externe Seite, developers.openai.com)

    developers.openai.comgeprüft 25.10.2026

    Die Seite, auf der OpenAI für die Schnittstelle Speicherort, Verarbeitungsort und Aufbewahrung getrennt aufführt: den Speicher zur Missbrauchsprüfung mit bis zu 30 Tagen, eine Tabelle je Endpunkt, die Datenresidenz mit ihren Ausnahmen (Systemdaten, Regionen ohne eigene Verarbeitung) und die Bedingungen für eine Region außerhalb der USA samt Aufschlag. Den Betrieb ohne Speicher zur Missbrauchsprüfung gibt es nur nach Freigabe, und OpenAI behält sich vor, einzelne Modelle für einzelne Kunden nach schriftlicher Ankündigung wieder herauszunehmen. Für GPT-Live nennt sie eine eigene Frist: Die Aufnahme einer Sitzung wird nur gespeichert, wenn ein Projekt das einschaltet, liegt dann 30 Tage zum Herunterladen bereit und verfällt danach; eine Schnittstelle zum vorzeitigen Löschen gibt es laut der Seite nicht. Eine Frist für Traces nennt sie keine, und für die Echtzeit-Schnittstelle vermerkt sie, dass das Tracing derzeit nicht unter die EU-Datenresidenz fällt.

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