GrundlagenConversational AIKapitel 11 von 12

Ton wird nach Zeit bezahlt

Gleiches Kapitel, drei Tiefen. Die Wahl gilt überall und bleibt gespeichert.

Tiefe 1: Überblick · Lesezeit 8 Min. · Stand

Bei einem Textmodell hängt der Preis an der Textmenge. Wer eine lange Datei mitschickt, zahlt mehr als wer eine Frage stellt, und wer eine lange Antwort bekommt, zahlt für jedes Wort darin. Welche Modellstufe was kostet und warum die Ausgabespalte die teure ist, steht in Grundkurs, Kapitel 10.

Bei einem Sprachgespräch verschiebt sich die Rechengröße. Ton misst sich in Sekunden, und die werden in Token umgerechnet. Laut der Kostenseite der Realtime-Schnittstelle (externe Seite, developers.openai.com) zählt in den Nachrichten des Nutzers ein Audio-Token je 100 Millisekunden Ton, in den Nachrichten des Assistenten eines je 50 Millisekunden.

Zwei Raten in einem Satz, und sie unterscheiden sich um den Faktor zwei.

Was das je Minute bedeutet

Ein Token je 100 Millisekunden sind zehn Token in der Sekunde und 600 in der Minute. So wird gezählt, was der Anrufer sagt.

Ein Token je 50 Millisekunden sind zwanzig in der Sekunde und 1.200 in der Minute. So wird gezählt, was der Agent sagt.

Sprechen die beiden gleich viel, erzeugt der Agent doppelt so viele Token wie der Anrufer, bei identischer Sprechdauer. Das ist der erste von zwei Faktoren.

Der zweite steht in Grundkurs, Kapitel 10: Ein Ausgabe-Token kostet mehr als ein Eingabe-Token, bei einem Sprachmodell dort mit 32 gegen 64 beziffert, also zwei zu eins.

Beide Faktoren gelten gleichzeitig, und sie multiplizieren sich. Doppelt so viele Token bei doppeltem Preis je Token macht das Vierfache: Eine Minute, in der der Agent redet, kostet so viel wie vier Minuten, in denen er zuhört.

Die Zahl 32 gegen 64 gilt dabei für ein bestimmtes Modell, die Token-Raten oben für die Echtzeit-Schnittstelle von OpenAI. Andere Anbieter zählen Ton anders, und wie weit das auseinandergeht, steht in Tiefe 2. Wer rechnet, prüft die Preisspalte an der Zeile, um die es geht. Was bleibt, ist die Richtung: Ein Sprachagent, der seine Antworten kurz hält, spart an der Stelle, an der doppelt gezählt und doppelt bezahlt wird.

Warum das nicht die ganze Rechnung ist

Die zweite Größe ist unauffälliger und wirkt stärker. Bei jedem Zug geht das ganze bisherige Gespräch erneut an das Modell, so steht es auf derselben Seite (externe Seite, developers.openai.com): Für jede Antwort geht die gesamte Unterhaltung an das Modell.

Das ist bei einem Chatfenster genauso, fällt dort aber weniger auf, weil ein Chat selten fünfzig Züge hat. Ein Telefonat hat sie.

Eine zweite Abrechnung zählt Sekunden

OpenAIs neueres Sprachmodell GPT-Live rechnet anders ab. Die Sprachsitzung kostet einen festen Satz je Minute, sekundengenau gezählt: laut Modellseite (externe Seite, developers.openai.com) 0,05 US-Dollar je Minute. Das Modell dahinter und die Tools werden getrennt abgerechnet.

Gezählt wird die ganze aktive Sitzungszeit (externe Seite, developers.openai.com): wenn der Nutzer spricht, wenn der Assistent spricht, wenn beide schweigen und wenn das Modell dahinter noch rechnet.

Für den Sprachteil zählt hier also die Dauer, und Zuhören kostet so viel wie Sprechen. Das Denken und die Tools dahinter laufen über ein zweites Modell und werden wie gewohnt nach Token abgerechnet.

Quellen

8 Einträge, davon 1 Schlüsselarbeitalle erreichbar

Erreichbarkeit automatisch geprüft

  • SchlüsselarbeitDokumentationerreichbar

    OpenAI, Kosten der Echtzeit-Schnittstelle (externe Seite, developers.openai.com)

    developers.openai.comgeprüft 25.10.2026

    Die Seite, die den Preis eines Sprachgesprächs erklärt, und sie nennt zwei Größen. Erstens die Umrechnung von Ton in Token nach Dauer, mit unterschiedlichen Raten für Zuhören und Sprechen. Zweitens den Grund, warum ein langes Gespräch überproportional teuer wird: Bei jedem Zug geht der gesamte bisherige Verlauf erneut an das Modell. Dazu die zwei Gegenmittel, das Abschneiden des Verlaufs und der Cache, letzterer ausdrücklich ohne Zusage. Für die Realtime-Schnittstelle warnt sie außerdem, dass Abschneiden des Verlaufs den Cache bricht (Stand 09.10.2026).

  • Dokumentationerreichbar

    OpenAI, Cost optimization (GPT-Live) (externe Seite, developers.openai.com)

    developers.openai.comgeprüft 25.10.2026

    Dieselbe Kostenseite wie openai-realtime-kosten, im Reiter für GPT-Live. Die Sprachsitzung wird sekundengenau nach Dauer abgerechnet, und gezählt wird die ganze offene Zeit, auch wenn beide schweigen oder das Modell dahinter rechnet. Denken und Tools laufen über ein zweites Modell und werden getrennt nach Token abgerechnet. Abgerufen am 09.10.2026.

  • Dokumentationerreichbar

    OpenAI, GPT-Live 1 (externe Seite, developers.openai.com)

    developers.openai.comgeprüft 25.10.2026

    Die Modellseite zu GPT-Live 1, allgemein verfügbar seit dem 10.09.2026 über die eigene Schnittstelle `/v1/live/sessions`. Das Modell hört und spricht zugleich und gibt Denken und Werkzeuge an ein zweites Modell ab. Abgerechnet wird je Minute, das zweite Modell kostet getrennt. Die Mengengrenze zählt gleichzeitige Sitzungen statt Anfragen: 50, 300 und 500 in den drei bezahlten Stufen Build, Launch und Grow; im kostenlosen Zugang gibt es das Modell nicht (Stand 09.10.2026).

  • Dokumentationerreichbar

    Google, Live API, Anleitung (externe Seite, ai.google.dev)

    ai.google.devgeprüft 25.10.2026

    Nennt die Betriebsgrenzen einer Sprachsitzung in Zahlen: eine Viertelstunde für reinen Ton, zwei Minuten sobald Video dazukommt, dazu ein Kontextfenster von 128k oder 32k Token je nach Modellart. Im selben Absatz steht, dass sich die Dauer über eine andere Sitzungsführung beliebig verlängern lässt. Die Zahl ist damit eine Voreinstellung.

  • Dokumentationerreichbar

    Google, Live API, Sitzungsführung (externe Seite, ai.google.dev)

    ai.google.devgeprüft 25.10.2026

    Trennt zwei Größen, die man leicht verwechselt: die Sitzung als Gesprächszusammenhang und die Verbindung als technische Leitung darunter. Die Verbindung hält etwa zehn Minuten und kündigt ihr Ende vorher an, die Sitzung kann über mehrere Verbindungen hinweg bestehen bleiben. Der Weg zu längeren Sitzungen ist ein gleitendes Fenster über den Verlauf, und damit steht der Preis daneben: Was hinausfällt, ist weg.

  • Dokumentationerreichbar

    Google, Understanding and counting tokens (externe Seite, ai.google.dev)

    ai.google.devgeprüft 25.10.2026

    Die Seite, die sagt, wie Gemini seine Eingaben in Token zählt, und zwar für alle Gattungen an einer Stelle. Für Ton nennt sie eine feste Rate je Sekunde, dieselbe für Zuhören und Sprechen. Damit ist sie die Gegenstelle zu OpenAIs Kostenseite, die zwei verschiedene Raten führt: Wer zwei Anbieter nebeneinanderstellt, vergleicht zuerst ihre Zählweise und dann ihre Grenzen.

  • Dokumentationerreichbar

    OpenAI, Data controls in the OpenAI platform (externe Seite, developers.openai.com)

    developers.openai.comgeprüft 25.10.2026

    Die Seite, auf der OpenAI für die Schnittstelle Speicherort, Verarbeitungsort und Aufbewahrung getrennt aufführt: den Speicher zur Missbrauchsprüfung mit bis zu 30 Tagen, eine Tabelle je Endpunkt, die Datenresidenz mit ihren Ausnahmen (Systemdaten, Regionen ohne eigene Verarbeitung) und die Bedingungen für eine Region außerhalb der USA samt Aufschlag. Den Betrieb ohne Speicher zur Missbrauchsprüfung gibt es nur nach Freigabe, und OpenAI behält sich vor, einzelne Modelle für einzelne Kunden nach schriftlicher Ankündigung wieder herauszunehmen. Für GPT-Live nennt sie eine eigene Frist: Die Aufnahme einer Sitzung wird nur gespeichert, wenn ein Projekt das einschaltet, liegt dann 30 Tage zum Herunterladen bereit und verfällt danach; eine Schnittstelle zum vorzeitigen Löschen gibt es laut der Seite nicht. Eine Frist für Traces nennt sie keine, und für die Echtzeit-Schnittstelle vermerkt sie, dass das Tracing derzeit nicht unter die EU-Datenresidenz fällt.

  • Dokumentationerreichbar

    Google Cloud, Start and manage live sessions (externe Seite, docs.cloud.google.com)

    docs.cloud.google.comgeprüft 25.10.2026

    Die Seite zur Live-Schnittstelle auf Googles Cloud-Plattform, dem früheren Vertex AI. Sie nennt die Dauer einer Sitzung, die Lebenszeit einer Verbindung von rund zehn Minuten und eine Obergrenze von 1.000 gleichzeitigen Sitzungen je Projekt bei Abrechnung nach Verbrauch. Bei reservierter Kapazität (Provisioned Throughput) entfällt die Grenze. Für die Gemini-Schnittstelle aus AI Studio gilt die Seite nicht.

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