GrundlagenVibe-Coding / Agentic EngineeringKapitel 12 von 13

Hooks und Skills

Gleiches Kapitel, drei Tiefen. Die Wahl gilt überall und bleibt gespeichert.

Tiefe 1: Überblick · Lesezeit 10 Min. · Stand

Die Projektanweisung aus Kapitel 03 hat eine Eigenschaft, die man leicht überliest: Sie ist Text im Kontext. Der Agent liest sie und richtet sich meistens danach.

Für vieles genügt das. Für zwei Fälle genügt es nicht, und für beide gibt es eine eigene Einrichtung.

Der Hook läuft

Ein Hook ist ein Programm, das an einem bestimmten Ereignis gestartet wird. Vor einem Tool Call, nach einer Dateiänderung, am Ende einer Antwort. Die Best Practices (externe Seite, code.claude.com) des Herstellers stellen den Unterschied in einem Satz gegenüber: Hooks sind deterministisch und garantieren, dass die Handlung stattfindet, während Anweisungen in CLAUDE.md nur ein Rat sind.

Der übliche Hook ist gewöhnlicher Programmcode, meist ein Skript von wenigen Zeilen, und er läuft an seinem Ereignis, ohne das Modell zu fragen. Das ist der Grund, warum eine Anweisung, die unbedingt gelten muss, hier besser aufgehoben ist als in einer Datei, die gelesen wird.

Es gibt auch Hooks, die ein Modell um ein Urteil bitten. Die Hook-Referenz (externe Seite, code.claude.com) führt sie als eigene Bauart, die einem Claude-Modell einen Prompt schickt und es in einer einzigen Runde urteilen lässt.

Bei ihnen ist garantiert, dass die Prüfung stattfindet. Ihr Ergebnis ist das Urteil eines Modells.

Der Skill wird geholt

Ein Skill geht in die andere Richtung. Er ist eine Arbeitsanweisung, die bereitliegt und erst dann in den Kontext kommt, wenn sie gebraucht wird. Die Skill-Doku (externe Seite, code.claude.com) rät zu einem Skill, sobald man dieselben Anweisungen, dieselbe Checkliste oder dasselbe mehrstufige Verfahren immer wieder in den Chat kopiert, oder sobald ein Abschnitt der CLAUDE.md zu einem Verfahren angewachsen ist, wo eine Tatsache stehen sollte.

Der zweite Fall ist der brauchbare Maßstab. In einer Projektanweisung stehen Tatsachen über das Projekt: wie gebaut wird, welche Namen gelten, wo was liegt. Sobald daraus eine Abfolge von Schritten wird, ist es ein Verfahren, und Verfahren gehören dorthin, wo sie nur beim Gebrauch kosten.

Anthropic beschreibt das Bauprinzip bei der Vorstellung der Skills (externe Seite, anthropic.com) mit einem treffenden Vergleich: Wer einen Skill für einen Agenten baut, stellt so etwas wie eine Ein­ar­bei­tungs­mappe für eine neue Mitarbeiterin zusammen.

Der Hook läuft von außen auf den Agenten zu, den Skill holt der Agent sich selbst. Die beiden Richtungen als Gegensatzpaar um den Agenten herum, mit wenig Beschriftung. Hook am Ereignis LAEUFT ungefragt Agent WIRD GEHOLT bei Bedarf Skill im Regal Er fragt den Agenten nicht. Er kostet erst beim Aufruf.
Der Hook wartet an seinem Ereignis und läuft ungefragt. Der Skill liegt bereit und kommt, wenn jemand ihn braucht.

eigene Darstellung, Stand 04.08.2026

Wann man was nimmt

Die Entscheidung ist meistens einfach, wenn man sie an einer Frage festmacht: Muss es jedes Mal passieren?

FallWohin
Nach jeder Dateiänderung soll die Formatierung laufenHook
Vor dem Löschen soll etwas geprüft werdenHook
Die Vorgehensweise beim VeröffentlichenSkill
Wissen über ein altes TeilsystemSkill
Die Namenskonventionen des ProjektsProjektanweisung

Die letzte Zeile bleibt bewusst dort, wo sie ist. Eine Konvention ist eine Tatsache, und sie muss beim Schreiben jeder Zeile mitwirken.

Was beide gemeinsam haben

Der Hersteller empfiehlt in seinen Best Practices (externe Seite, code.claude.com), eine zu lange Projektanweisung zusam­men­zu­strei­chen: Was Claude ohne die Anweisung schon richtig macht, wird gestrichen oder in einen Hook umgewandelt.

Dieselbe Seite schickt im Abschnitt über die Projektanweisung den zweiten Teil woandershin: Fachwissen und Abläufe, die nur manchmal gebraucht werden, gehören in einen Skill.

Beide Einrichtungen verschieben damit dasselbe. Verlässlichkeit wandert vom Text, den ein Modell liest, in ein Programm, das läuft. Was das für die Prüfung bedeutet, steht am Ende von Kapitel 07: Die Frage lautet danach, ob das Programm daneben tut, was auf ihm steht.

Quellen

7 Einträge, davon 1 Schlüsselarbeitalle erreichbar

Erreichbarkeit automatisch geprüft

  • SchlüsselarbeitDokumentationerreichbar

    Anthropic, How Claude remembers your project (externe Seite, code.claude.com)

    code.claude.comgeprüft 25.10.2026

    Die Herstellerdokumentation zur Projektanweisung und ihren Geltungsbereichen. Sie ist die Quelle für den Satz, auf dem dieses Kapitel steht: Die Datei ist Kontext, keine durchgesetzte Konfiguration, wer etwas verbindlich verhindern will, braucht einen Hook. Dazu die Ladereihenfolge über vier Ebenen, die Größenempfehlung von 200 Zeilen und die Auskunft, dass Claude Code seit Version 2.1.277 auch AGENTS.md selbst liest, standardmäßig aber nur, wenn keine CLAUDE.md im Projekt liegt. Sie belegt außerdem, dass die Datei beim ersten Mal vom Werkzeug erzeugt wird, und beschreibt daneben das zweite Gedächtnis: Notizen, die der Agent sich selbst anlegt, je Repository unter einem eigenen Verzeichnis, maschinenlokal, und beim Start geladen bis zur Grenze von 200 Zeilen oder 25 Kilobyte.

  • Dokumentationerreichbar

    Anthropic, Best practices for Claude Code (externe Seite, code.claude.com)

    code.claude.comgeprüft 25.10.2026

    Die Sammlung der Muster, die sich bei Anthropic intern und bei Anwendern bewährt haben. Der erste Abschnitt der Seite ist zugleich ihre stärkste Aussage: Ein Agent braucht eine Prüfung, die er selbst fahren kann, sonst ist der Mensch die Prüfschleife und jeder Fehler wartet darauf, bemerkt zu werden. Die Seite nennt vier Stufen, wie hart die Prüfung das Ende einer Antwort blockiert, vom Satz im Auftrag über eine Zielbedingung und einen Stop-Hook bis zum zweiten Modell, das den eigenen Befund zu widerlegen versucht. Sie ist außerdem die Quelle für den Unterschied zwischen einer Projektanweisung und einem Hook: Die eine ist beratend, der andere läuft.

  • Dokumentationerreichbar

    Anthropic, Extend Claude with skills (externe Seite, code.claude.com)

    code.claude.comgeprüft 25.10.2026

    Die Herstellerdokumentation zu Skills, den abrufbaren Arbeitsanweisungen neben dem Modell. Sie liefert das Kostenargument dieses Kapitels: Der Rumpf eines Skills lädt erst beim Gebrauch, umfangreiches Nachschlagematerial kostet also bis dahin fast nichts, und sobald er geladen ist, bleibt er über die folgenden Runden stehen. Dazu die Steuerung darüber, wer ihn aufrufen darf, und der Maßstab für die Wirkung: Dass ein Skill anspringt, heißt nur, dass er gefunden wurde.

  • Artikelerreichbar

    Anthropic, Equipping agents for the real world with Agent Skills (externe Seite, anthropic.com)

    anthropic.comgeprüft 25.10.2026

    Der Beitrag vom 16.10.2025, mit dem Anthropic Agent Skills vorstellt, seit dem 18.12.2025 als offener Standard. Er benennt das Bauprinzip, auf dem die Kostenrechnung des Kapitels beruht: Beim Start lädt der Agent nur Namen und Kurzbeschreibung jedes vorhandenen Skills, das genügt ihm für die Entscheidung, ob er ihn braucht, und der Inhalt kommt erst danach. Der Vergleich, den der Beitrag dafür wählt, taugt auch zum Erklären: ein Einarbeitungsleitfaden für eine neue Kollegin.

  • Dokumentationerreichbar

    Anthropic, Hooks reference (externe Seite, code.claude.com)

    code.claude.comgeprüft 25.10.2026

    Die Herstellerdokumentation zu den Ereignissen, an denen sich eigene Programme einhängen lassen. Für das Gedächtnis sind zwei Stellen entscheidend, und sie sagen das Gegenteil dessen, was man erwartet. PreCompact kann das Verdichten anhalten, mit Exit-Code 2 oder "decision": "block", aber nichts beisteuern: Seine Ausgabe geht ins Debug-Protokoll. PostCompact hat laut Tabelle keine Entscheidungsgewalt und dient nur Nebenwirkungen wie Protokoll oder Aufräumen; es bekommt die fertige Zusammenfassung als compact_summary. Einspeisen kann SessionStart, dort fügt das Feld hookSpecificOutput.additionalContext dem Kontext etwas hinzu, und dieses Ereignis kennt fünf Auslöser, darunter ausdrücklich "compact". Der Rückweg nach dem Verdichten führt damit über den Sitzungsstart statt über das Verdichten selbst. Für den Auto-Modus kann ein PostToolUse-Hook dem Ergebnis eines Aufrufs im Feld classifierContext eine Notiz für den Klassifikator anhängen. Kommt der Hook aus den Einstellungen, gilt sie als ungeprüfter Hinweis der Anwendung und nie als Wille des Menschen. Seit Version 2.1.295 kann ein Befehls- oder HTTP-Hook mit onFailure: "block" festlegen, dass sein Scheitern die Handlung abweist: ein Rückgabewert außer 0 und 2, ein Skript, das nicht startet, eine Zeitüberschreitung. Am Ende einer Antwort und bei Hooks im Hintergrund wirkt die Einstellung nicht. Abgerufen am 09.10.2026.

  • Originalarbeiterreichbar

    OpenAI, Harness engineering: leveraging Codex in an agent-first world (externe Seite, openai.com)

    openai.comgeprüft 25.10.2026

    Ryan Lopopolo berichtet am 11. Februar 2026 über ein Team, das fünf Monate lang ein Produkt gebaut hat, ohne eine Zeile von Hand zu schreiben. Der Wert des Berichts liegt in den Nebenwirkungen, die er offenlegt: Der Agent wiederholt vorhandene Muster einschließlich der schlechten, das Team verbrachte einen Tag der Woche mit Aufräumen, bis es die Regeln maschinell verankerte. Auch das Datum zählt, denn der Begriff Harness stand sechs Tage vorher zum ersten Mal geschrieben.

  • Dokumentationerreichbar

    Anthropic, Explore the context window (externe Seite, code.claude.com)

    code.claude.comgeprüft 25.10.2026

    Die Herstellerseite zum Kontextfenster, aufgebaut als begehbare Simulation einer Sitzung. Sie belegt, dass das Verdichten das Gespräch durch eine strukturierte Zusammenfassung ersetzt (Ereignis „/compact“ der Simulation). Ebenfalls von dort die Ausnahme, dass die Liste der verfügbaren Skills als einziger Teil des Startinhalts nach dem Verdichten nicht erneut eingesetzt wird; erhalten bleiben nur die tatsächlich aufgerufenen. Sie belegt außerdem, dass die Startfüllung ohne Zutun geschieht: CLAUDE.md, automatisches Gedächtnis, die Namen der MCP-Werkzeuge und die Beschreibungen der Skills laden in den Kontext, bevor man etwas tippt. Die Umgebungsangaben stehen in der begehbaren Simulation als eigener Posten „Environment info“ mit 280 Token und der Kennzeichnung auto: Arbeitsordner, Plattform, Shell, Version des Betriebssystems und ob ein Git-Repository vorliegt; Branch, Status und letzte Commits laden als eigener Block. Nach dem Verdichten liest das Werkzeug diesen Block frisch, dazu bis zu fünf zuletzt geänderte Dateien der Sitzung (Tabelle „What survives compaction“, Stand 09.10.2026). Dieser Text liegt in den Daten der Simulation und wird erst beim Anklicken des Punktes sichtbar, deshalb ist er nicht als Zitat hinterlegt.

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