GrundlagenGrundkursKapitel 13 von 16

Was ein Modell auf einem Bild erkennt

Gleiches Kapitel, drei Tiefen. Die Wahl gilt überall und bleibt gespeichert.

Tiefe 1: Überblick · Lesezeit 9 Min. · Stand

Wer ein Foto in ein Chatfenster zieht, hat etwas anderes getan, als eine Datei anzuhängen. Das Bild geht als Bild an das Modell. Dort wird es zu Token, so wie Text zu Token wird (Kapitel 03). Gezählt wird dabei bei den meisten Anbietern die Fläche.

Ein Bild kostet Fläche

Bei Anthropic lautet die Regel so: Claude verarbeitet ein Bild laut Anleitung zum Bildverstehen (externe Seite, platform.claude.com) in Feldern statt in Bildpunkten, jedes Feld ein Block von 28 mal 28 Bildpunkten und als sichtbares Token bezeichnet.

Über das Bild wird also ein Raster gelegt, und jedes Feld darin zählt wie ein Token. Ein Feld ist 28 Bildpunkte breit und 28 hoch.

Der Rest ist Rechnen. Ein quadratisches Bild von 1000 mal 1000 Bildpunkten ergibt 36 Felder in der Breite, denn 1000 geteilt durch 28 sind 35,7, und ein angefangenes Feld zählt ganz. In der Höhe ebenso viele. 36 mal 36 sind 1296 sichtbare Token, und genau diese Zahl steht in der Beispieltabelle des Herstellers.

Nach der Faustzahl aus Kapitel 03, ein Token je vier Zeichen englischen Fließtexts, sind das gut fünftausend Zeichen. Ein Bildschirmfoto ist damit der größere Teil der Frage.

OpenAI rechnet nach demselben Muster mit Feldern von 32 Bildpunkten, Google mit mitwachsenden Kacheln. Was dasselbe Bild bei den dreien kostet, steht in Ebene 2.

Ein PDF ist Text und Bild zugleich

Die Folge daraus fällt den meisten erst an der Rechnung auf. Ein PDF wirkt wie eine Textdatei. Bei Anthropic geht jede Seite zweimal an das Modell, als ausgelesener Text und als Bild der Seite. So steht es in der Anleitung zu PDFs (externe Seite, platform.claude.com): Der Text jeder Seite wird ausgelesen und neben dem Bild dieser Seite mitgegeben.

Bezahlt wird beides. Für den Text nennt die Dokumentation 1.500 bis 3.000 Token je Seite, je nachdem, wie dicht sie beschrieben ist. Das Bild kommt nach Fläche dazu, ob dort nun ein Diagramm steht oder ein einzelner Satz. Das ist zugleich der Grund, warum es überhaupt funktioniert: Das Modell sieht zum Text auch die Tabelle, die Unterschrift und den Stempel. Fragen lässt sich laut Anleitung (externe Seite, platform.claude.com) nach jedem Text, Bild, Diagramm und jeder Tabelle im PDF.

Für die Planung heißt das: Der Platz wird knapp, bevor die Seitenzahl es tut. Dichte PDFs, also viele Seiten in kleiner Schrift, verschachtelte Tabellen oder viele Grafiken, können nach derselben Anleitung (externe Seite, platform.claude.com) das Kontextfenster füllen, bevor die Höchstzahl an Seiten erreicht ist.

Was man vorher wissen sollte

Die Her­stel­ler­do­ku­men­ta­tion führt einen eigenen Abschnitt mit Grenzen. Drei davon betreffen den Alltag sofort.

Personen werden nicht benannt. Das Modell darf laut Anleitung (externe Seite, platform.claude.com) nicht dazu benutzt werden, Personen auf Bildern mit Namen zu nennen, und es lehnt das ab. Die Grenze steht in der Nut­zungs­richt­linie des Anbieters. Sie ist damit eine Festlegung, die er jederzeit ändern könnte.

Gezählt wird ungefähr. Wer Objekte in einem Bild zählen lässt, bekommt eine Schätzung. Verfahren, die stattdessen messen, stehen in KI jenseits der Sprachmodelle, Kapitel 05. Der Hersteller schreibt in seiner Anleitung (externe Seite, platform.claude.com), das Modell nenne ungefähre Zahlen und liege nicht immer genau, vor allem bei vielen kleinen Objekten.

Ob ein Bild von einer Maschine stammt, sieht das Modell nicht. Diese Grenze ist die überraschendste, weil man das Gegenteil erwartet. Nach der Anleitung (externe Seite, platform.claude.com) kann das Modell nicht bestimmen, ob ein Bild von einer KI erzeugt wurde, und kann sich irren, wenn man es fragt. Der Hersteller rät deshalb davon ab, sich bei der Suche nach gefälschten Bildern darauf zu verlassen.

Wie ein solches Bild entsteht und woran es sich trotzdem erkennen lässt, steht in Kapitel 14.

Quellen

8 Einträgealle erreichbar

Erreichbarkeit automatisch geprüft

  • Dokumentationerreichbar

    Vision (externe Seite, platform.claude.com)

    platform.claude.comgeprüft 25.10.2026

    Die Herstellerdokumentation zum Bild als Eingabe. Ein Bild wird in Blöcke von 28 mal 28 Pixeln zerlegt, und jeder Block ist ein sichtbares Token. Jede Modellstufe hat zwei Grenzen, eine Kantenlänge und eine Tokenzahl: 1568 Pixel und 1568 Token auf der Standardstufe, 2576 Pixel und 4784 Token auf der hohen Stufe ab Claude 4.7. Darüber wird verkleinert. Koordinaten, die Claude nennt, beziehen sich auf das verkleinerte Bild. Der Abschnitt Limitations zählt sieben Grenzen auf, darunter die für dieses Projekt wichtigste: Ob ein Bild von einer Maschine stammt, kann das Modell nicht sagen.

  • Dokumentationerreichbar

    PDF support (externe Seite, platform.claude.com)

    platform.claude.comgeprüft 25.10.2026

    Der Beleg dafür, dass ein PDF für ein Sprachmodell keine reine Textdatei ist. Je Seite gehen zwei Dinge an das Modell: der ausgelesene Text und ein Bild der Seite. Bezahlt wird beides, der Text mit 1.500 bis 3.000 Token je Seite nach Dichte, das Bild nach derselben Rechnung wie ein Foto. Die Obergrenze liegt bei 600 Seiten je Anfrage, bei 100 unterhalb eines Kontextfensters von einer Million Token.

  • Dokumentationerreichbar

    Image understanding (externe Seite, ai.google.dev)

    ai.google.devgeprüft 25.10.2026

    Googles Seite zum Bild als Eingabe. Sie nennt eine Kachelformel: Ein kleines Bild kostet pauschal 258 Token, ein größeres wird in Kacheln zerlegt, und jede Kachel kostet wieder 258. Die Kachelgröße folgt der kürzeren Bildkante. Daneben nennt sie für Gemini 3 den Schalter media_resolution, der eine Obergrenze je Bild setzt, ohne zu sagen, für welche Modelle die Kachelformel gilt. Die Seite beschreibt außerdem Objekterkennung mit Begrenzungsrahmen und nennt 3.600 Bilddateien je Anfrage als Obergrenze.

  • Dokumentationerreichbar

    Images and vision (externe Seite, developers.openai.com)

    developers.openai.comgeprüft 25.10.2026

    OpenAIs Seite zum Bild als Eingabe. Sie schreibt zwei Rechnungen aus: Neuere Modelle zerlegen das Bild in Felder zu 32 mal 32 Pixeln, und die Zahl der Felder wird mit einem Faktor je Modell malgenommen, 1,2 bei gpt-6-astra. Ältere Modelle rechnen in Kacheln zu 512 Pixeln. In der Grundeinstellung von gpt-6-astra wird ein Bild erst ab 65.535 Pixeln Kantenlänge verkleinert, über 30.000 Feldern lehnt die Schnittstelle es ab. Je Anfrage gehen bis zu 1.500 Bilder. Die Grenzenliste nennt elf Punkte, darunter nicht-lateinische Schriften, Panorama- und Fischaugenaufnahmen und dass Dateiname und Metadaten nicht verarbeitet werden.

  • Dokumentationerreichbar

    Google, Media resolution (externe Seite, ai.google.dev)

    ai.google.devgeprüft 25.10.2026

    Googles Seite zum Schalter media_resolution. Er legt für Gemini 3 fest, wie viele Token ein Bild höchstens bekommt: 280, 560 oder 1120, dazu 2240 für einzelne Bilder. In der Grundeinstellung sind es höchstens 1120 Token je Bild. Für Bilder empfiehlt die Seite die Stufe high, für PDF-Seiten medium.

  • Dokumentationerreichbar

    Image generation (externe Seite, developers.openai.com)

    developers.openai.comgeprüft 25.10.2026

    Die Anleitung zum erzeugten Bild bei OpenAI, mit dem Stand vom 16.09.2026 und den beiden Modellen gpt-image-2.5-sunburst und gpt-image-2.5-flare. Drei Angaben stehen darin, die man von außen nicht sieht: Das Bild selbst wird in Ausgabe-Token abgerechnet, deren Zahl sich aus Modell, Güte und Bildgröße ergibt, dazu kommen Eingabe-Token für Text und Bilder, und ein günstigerer Satz für zwischengespeicherte Eingaben gilt bei GPT Image 2 und 2.5 nur für das Bildwerkzeug der Responses API. Der Abschnitt zu den Grenzen nennt genau die zwei Schwächen, die jeder kennt, der solche Bilder benutzt hat, nämlich Schrift im Bild und wiederkehrende Figuren.

  • Dokumentationerreichbar

    Image generation with Gemini (externe Seite, ai.google.dev)

    ai.google.devgeprüft 25.10.2026

    Googles Anleitung zum erzeugten Bild, und der Beleg für eine Zusage, die kein anderer Anbieter in dieser Form gibt: In jedem erzeugten Bild steckt ein Wasserzeichen. Der Satz steht zweimal auf der Seite, einmal bei den Modellen und einmal bei den Grenzen, und er kennt keine Ausnahme. Dieselbe Seite nennt auch den Weg um die Schriftschwäche herum, nämlich den Text zuerst erzeugen zu lassen und ihn dann ins Bild zu bestellen.

  • Dokumentationerreichbar

    Coordinates and bounding boxes (externe Seite, platform.claude.com)

    platform.claude.comgeprüft 25.10.2026

    Anthropics Anleitung zu Koordinaten und Begrenzungsrahmen. Claude nennt Rechtecke und Punkte in Pixeln des Bildes, das es nach der Verkleinerung sieht. Wer sie auf das Original übertragen will, rechnet sie zurück. Die Seite verweist für die Genauigkeit auf die Grenzenliste der Bildseite, dort heißen die Werte Näherungen.

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