GrundlagenKI jenseits der SprachmodelleKapitel 13 von 15

Video, Musik und 3D

Gleiches Kapitel, drei Tiefen. Die Wahl gilt überall und bleibt gespeichert.

Tiefe 1: Überblick · Lesezeit 8 Min. · Stand

Grundkurs, Kapitel 14 endet beim Einzelbild. Kapitel 09 nimmt das Video dort auf, wo es zum Übungsplatz für einen Agenten wird. Dazwischen liegt der Fall, um den es hier geht: Video, Ton und Raum als Ergebnis, das jemand ansehen oder anhören will.

Vorweg eine Auskunft über dieses Kapitel: Es empfiehlt kein Werkzeug. Die genannten Angaben stammen von den Herstellern, unabhängige Messungen dazu liegen nicht vor, und eine Empfehlung ohne eigene Erfahrung wäre auf dieser Seite fehl am Platz.

Die Zeitachse ist das Neue

Ein Bild hat keine Reihenfolge. Ein Video hat eine, und daraus folgt die Anforderung, die es beim Einzelbild nicht gibt: Was im ersten Bild zu sehen ist, muss im dreißigsten noch dasselbe sein.

Wie ein Videomodell gebaut ist, sagt OpenAI in seinem technischen Bericht zu Sora (externe Seite, openai.com) mit einem Vergleich, der die Verwandtschaft zum Sprachmodell zeigt: Wo ein Sprachmodell mit Text-Token arbeitet, arbeitet Sora mit Bildstücken.

Zerlegt wird also in Stücke, so wie Text in Grundkurs, Kapitel 03 zerlegt wird. Der Unterschied liegt darin, dass ein solches Stück eine Fläche über eine Zeitspanne bezeichnet. Die Zahl dieser Stücke wächst mit der Dauer.

Auf diesen Stücken rechnet Sora mit dem Verfahren, das Grundkurs, Kapitel 14 erklärt, dem schrittweisen Entrauschen: Der Bericht nennt Sora ein Diffusionsmodell mit einem Transformer als Bauform. Googles technischer Bericht zu Veo 3 (externe Seite, storage.googleapis.com) nennt latente Diffusion: Entrauscht wird eine verdichtete Fassung, und Ton und Video entstehen dabei gemeinsam (Abschnitt „Model & Data“). Die Ankündigung von Wan3.0 nennt ihr Verfahren nicht.

Wie lang ein Clip ist, und warum das die wichtigste Angabe ist

Beim Bildmodell war die Auflösung der Maßstab. Hier ist es die Dauer.

Ein offenes Modell von Ende 2023 erschien laut seiner Ankündigung (externe Seite, stability.ai) in zwei Fassungen, die aus einem Bild ein Video machen. Sie erzeugten 14 oder 25 Bilder je Clip, bei einer wählbaren Bildrate zwischen 3 und 30 Bildern in der Sekunde, also wenige Sekunden. Derselbe Anbieter schrieb dazu, die Fassung sei in diesem Stadium weder für den Einsatz in der Praxis noch für kommerzielle Zwecke gedacht.

Im Februar 2024 nannte OpenAI im Bericht zu Sora (externe Seite, openai.com) eine Minute für sein größtes Modell, als For­schungs­er­gebnis. 2026 nennt Alibaba für Wan3.0 bis zu dreißig Sekunden aus einem Lauf, als buchbares Angebot (Ankündigung (externe Seite, alibabacloud.com)). Wer den Fortschritt an der Dauer misst, vergleicht deshalb Forschung mit Forschung und Angebot mit Angebot.

Der Ton kommt jetzt mit

Bis vor kurzem waren Bild und Ton getrennte Läufe. Inzwischen entsteht beides im selben Vorgang: Nach der Modellseite von Veo (externe Seite, deepmind.google) legt die dritte Fassung Geräusche, Umgebungsklang und sogar Dialog zum erzeugten Bild dazu.

Damit fällt an dieser Stelle die Grenze zu Kapitel 08 weg. Eine Stimme im Video kommt aus demselben Modell wie das Bild dazu, und die Kenn­zeich­nungs­frage aus Conversational AI, Kapitel 09 trifft sie genauso.

Musik hat zwei Bauformen

Die MusicGen-Arbeit (externe Seite, arxiv.org) beschreibt ein einzelnes Sprachmodell, das über mehrere parallele Ströme verdichteter, in Einzelstücke zerlegter Musik läuft, also über Token.

Ein Sprachmodell also, nur dass seine Token verdichtete Musik bezeichnen statt Wortteile. Der zweite Punkt jener Arbeit ist die Vereinfachung: Mehrere hin­ter­ein­an­der­ge­schal­tete Modelle braucht das Verfahren nicht mehr.

Andere Arbeiten derselben Zeit erzeugen Musik über Diffusion, also auf dem Weg der Bildmodelle. Die MusicGen-Arbeit führt diesen Ansatz selbst als zweiten Weg an (Abschnitt 5).

3D hat kein Netz voller 3D-Daten

Bei Bildern gab es Milliarden Beispiele mit Beschriftung. Für den Raum fehlt dieses Material, und die DreamFusion-Arbeit (externe Seite, arxiv.org) sagt es in ihrem Kurztext: Das Verfahren der Bilderzeugung auf den Raum zu übertragen, setzte große Datensätze mit beschrifteten 3D-Daten voraus und dazu Bauformen, die 3D-Daten effizient entrauschen.

Beides fehlte. Der Ausweg war ein Umweg über das, was es gab: Ein vorab trainiertes Diffusionsmodell, das aus Text zweidimensionale Bilder erzeugt, übernimmt die Erzeugung des Raums aus Text.

Ein Bildmodell beurteilt also Ansichten eines räumlichen Modells, bis sie von allen Seiten überzeugen. Das ist der eine Weg. Der andere geht von Fotos aus und rechnet daraus eine Szene, und beide führen zu Ergebnissen, die gleich aussehen.

Woran Sie ein bewegtes Ergebnis festmachen

Fragen Sie nach der Dauer, bevor Sie nach der Auflösung fragen. Die Sekundenzahl entscheidet, wofür ein Modell reicht.

Rechnen Sie mit Anläufen. Ein Clip braucht nach Runway Sekunden bis Minuten (externe Seite, runway.com), und jeder Fehlversuch kostet Geld, bei Wan3.0 je Sekunde Video.

Prüfen Sie, ob der Ton dazugehört. Eine erzeugte Stimme im Video fällt unter dieselben Kenn­zeich­nungs­pflichten wie eine einzeln erzeugte.

Klären Sie die Rechte vor dem ersten Einsatz. Wem ein Ergebnis gehört und ob es überhaupt geschützt ist, sind zwei getrennte Fragen.

Quellen

12 Einträge, davon 1 Schlüsselarbeitalle erreichbar

Erreichbarkeit automatisch geprüft

  • SchlüsselarbeitOriginalarbeiterreichbar

    NeRF: Representing Scenes as Neural Radiance Fields for View Synthesis (externe Seite, arxiv.org)

    arxiv.orggeprüft 25.10.2026

    Ben Mildenhall und Mitautoren zeigen 2020, wie sich aus einigen Dutzend Fotos mit bekannter Kameraposition eine Szene so ablegen lässt (für echte Szenen nahm die Arbeit 20 bis 62 Fotos, Abschnitt 6.1), dass sich daraus neue Blickwinkel berechnen lassen. Gespeichert wird dabei eine Funktion in den Gewichten eines kleinen Netzes; ein Gitternetz oder eine Oberfläche entsteht an keiner Stelle. Diese Arbeit ist der Ausgangspunkt der Rekonstruktionsseite der 3D-Erzeugung, und sie erklärt, warum ein solches Ergebnis kein CAD-Modell ist.

  • Ankündigung des Herstellerserreichbar

    Video generation models as world simulators (externe Seite, openai.com)

    openai.comgeprüft 25.10.2026

    Der technische Bericht vom 15.02.2024, in dem OpenAI ein Videomodell ausdrücklich als Weg zu einem Simulator der physischen Welt beschreibt. Er nennt die Bauform (Diffusion über Raum-Zeit-Stücke statt über Text-Token) und zählt die Fähigkeiten auf, die dabei ohne eigenen Bauteil entstanden sind. Der Bericht sagt selbst, dass Modell- und Umsetzungsdetails fehlen, und er nennt die Grenzen beim Namen.

  • Ankündigung des Herstellerserreichbar

    Introducing Stable Video Diffusion (externe Seite, stability.ai)

    stability.aigeprüft 25.10.2026

    Die Ankündigung eines offenen Videomodells vom November 2023, und sie ist vor allem als Maßstab nützlich: zwei Fassungen mit 14 oder 25 Bildern je Clip, also wenige Sekunden. Wer den Fortschritt dieses Gebiets messen will, hat hier den Ausgangswert. Der Anbieter schreibt außerdem selbst, dass die Fassung für den produktiven Einsatz nicht gedacht ist. Die frühere Adresse unter news leitet mit 301 hierher; im Register steht das Ziel.

  • Dokumentationerreichbar

    Veo (externe Seite, deepmind.google)

    deepmind.googlegeprüft 25.10.2026

    Die Modellseite von Google DeepMind zu Veo. Die Angabe, die für ein Kapitel über Medienerzeugung zählt, ist die Tonspur: Geräusche, Umgebungsklang und Dialog entstehen im selben Lauf wie das Bild. Damit fällt die Trennung zwischen Bilderzeugung und Sprachsynthese an dieser Stelle weg. Herstellerangaben ohne Versionsvermerk, die Seite wird überschrieben.

  • Originalarbeiterreichbar

    Veo: a text-to-video generation system (Veo 3 Tech Report) (externe Seite, storage.googleapis.com)

    storage.googleapis.comgeprüft 25.10.2026

    Der technische Bericht von Google DeepMind zu Veo 3, sieben Seiten, ein Herstellerbericht ohne Begutachtung und ohne Datum im Dokument. Der Abschnitt „Model & Data“ nennt das Verfahren, das auf der Modellseite fehlt: latente Diffusion. Ton und Video werden dabei gemeinsam entrauscht, jedes in einer von einem eigenen Autoencoder verdichteten Darstellung, und das Netz zum Entrauschen ist ein Transformer.

  • Originalarbeiterreichbar

    Simple and Controllable Music Generation (externe Seite, arxiv.org)

    arxiv.orggeprüft 25.10.2026

    Jade Copet und Mitautoren stellen im Juni 2023 MusicGen vor, das Verfahren hinter der Musikerzeugung aus einem Textauftrag. Das Modell arbeitet wie ein Sprachmodell über Token, nur dass die Token die Codebücher eines Audiokompressors bezeichnen statt Wortteile. Den zweiten Weg zur Musik, die Diffusion, führt die Arbeit selbst an (Abschnitt 5). Der zweite Punkt der Arbeit ist die Vereinfachung, denn frühere Systeme brauchten mehrere hintereinandergeschaltete Modelle.

  • Originalarbeiterreichbar

    DreamFusion: Text-to-3D using 2D Diffusion (externe Seite, arxiv.org)

    arxiv.orggeprüft 25.10.2026

    Ben Poole und Mitautoren beschreiben 2022 den Umweg, über den ein Textauftrag zu einem räumlichen Ergebnis wird. Der Grund für den Umweg steht im zweiten Satz des Kurztexts und ist die wichtigste Auskunft über dieses Gebiet: Große beschriftete 3D-Datensätze gibt es nicht, also wird ein vorhandenes Bildmodell als Ersatz benutzt. Damit trennt diese Arbeit die erfindende Seite der 3D-Erzeugung von der rekonstruierenden.

  • Ankündigung des Herstellerserreichbar

    Wan3.0: 30-Second AI Video Generation from Any Input (externe Seite, alibabacloud.com)

    alibabacloud.comgeprüft 25.10.2026

    Alibabas eigene Ankündigung von Wan3.0 mit technischen Angaben zu Länge, Auflösung, Eingabeformaten und Preisen.

  • Ankündigung des Herstellerserreichbar

    Introducing Solaris (externe Seite, runway.com)

    runway.comgeprüft 25.10.2026

    Runways eigener Forschungsbeitrag beschreibt Funktionsweise, Anwendungsbeispiele und aktuelle Grenzen von Solaris.

  • Originalarbeiterreichbar

    LAION-BVD: A 10-Million-Hour Open Video Dataset for Multimodal Pre-training (externe Seite, arxiv.org)

    arxiv.orggeprüft 25.10.2026

    Das Paper nennt Umfang, Erhebungsmethode und Benchmark-Ergebnisse des Datensatzes, Grundlage aller Zahlen im Text.

  • Originalarbeiterreichbar

    3D Gaussian Splatting for Real-Time Radiance Field Rendering (externe Seite, repo-sam.inria.fr)

    repo-sam.inria.frgeprüft 25.10.2026

    Bernhard Kerbl und Mitautoren am Inria lösen 2023 das Tempoproblem der Szenenrekonstruktion. Ihre Arbeit nennt beide Zahlen, die den Sprung beschreiben: Vorher erreichte kein Verfahren für ganze, nach außen offene Szenen bei 1080p Echtzeit, einzelne Objekte ausgenommen; danach sind es hundert Bilder in der Sekunde. Erschienen in den ACM Transactions on Graphics, also begutachtet.

  • Dokumentationerreichbar

    Do I have the copyrights to songs I made? (externe Seite, help.suno.com)

    help.suno.comgeprüft 25.10.2026

    Die Hilfeseite eines Anbieters für Musikerzeugung, und sie trennt zwei Fragen, die im Gespräch ständig zusammenfallen. Die erste ist der Vertrag: Im kostenlosen Tarif gehören die Stücke dem Anbieter, im bezahlten dem Nutzer. Die zweite ist das Urheberrecht, und dort steht die unbequemere Auskunft: Was vollständig maschinell entstanden ist, kann in den Vereinigten Staaten schutzlos bleiben, weil kein Mensch es geschrieben hat. Es ist eine Anbieterauskunft, deutlicher formuliert als die meisten, und ein Rechtsgutachten ersetzt sie nicht.

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