Ein Sprachmodell merkt sich zwischen zwei Anfragen nichts. Claude Code schickt deshalb mit jeder Nachricht alles mit, was bisher geschehen ist: die Systemanweisung, die Angaben zum Projekt, jede frühere Nachricht samt den Ergebnissen der Werkzeuge und am Ende die neue Nachricht (Doku zum Prompt Caching (externe Seite, code.claude.com)). Neues hängt Claude Code hinten an. Der größte Teil jeder Anfrage gleicht also der vorigen.
Dieses Paket heißt Kontext. Es wächst mit jeder Frage, jeder gelesenen Datei und jeder Ausgabe eines Befehls. Wie viel hineinpasst, begrenzt das Kontextfenster des Modells. Dieses Kapitel beantwortet zwei Fragen: Wie bleibt der Kontext schlank, und wie knüpft man an die Arbeit von gestern an?
Jede Nachricht schickt den Verlauf mit
Wer über die Schnittstelle bezahlt, bezahlt nach verbrauchten Token (Kostenseite der Doku (externe Seite, code.claude.com)). Wer ein Abo hat, verbraucht mit denselben Token sein Kontingent. In beiden Fällen wächst der Verbrauch mit dem Kontext: Je mehr Claude verarbeitet, desto mehr Token fallen an.
Dabei bleibt es selten bei einer Anfrage je Nachricht. Jedes Mal, wenn Claude ein Werkzeug benutzt, geht eine weitere Anfrage hinaus, wieder mit dem ganzen Verlauf und den neuen Ergebnissen. Eine kurze Frage in einer Sitzung, die seit dem Morgen offen ist, verbraucht deshalb Token für das Gespräch des ganzen Tages. Ein Gespräch über eine längst erledigte Aufgabe kostet so bei jeder weiteren Nachricht mit (Kostenseite (externe Seite, code.claude.com)).
Damit der gleichbleibende Anfang des Verlaufs nicht jedes Mal neu verarbeitet wird, hält der Anbieter ihn eine Weile in einem Zwischenspeicher vor, dem Prompt Cache. Was von dort kommt, berechnet die Schnittstelle zu einem niedrigeren Satz. Vollständig verarbeitet wird nur, was sich geändert hat (Doku zum Prompt Caching (externe Seite, code.claude.com)). Wie lange der Speicher hält und was ihn entwertet, steht auf der zweiten Ebene.
Zwischen zwei Aufgaben leeren
Ist eine Aufgabe erledigt und beginnt eine andere, braucht der neue Auftrag den alten Verlauf selten. Bleibt er trotzdem stehen, nennt die Doku zum Kontextfenster (externe Seite, code.claude.com) zwei Folgen: Das alte Gespräch verdrängt die Dateien, die als Nächstes gebraucht werden, und es kostet bei jeder Nachricht Token.
Der Befehl /clear beginnt deshalb ein neues Gespräch mit leerem Kontext
(Befehlsübersicht (externe Seite, code.claude.com)). /reset und /new tun
dasselbe. Das Leeren selbst kostet nichts
(Kostenseite (externe Seite, code.claude.com)).
Leer heißt hier: ohne den bisherigen Gesprächsverlauf. Die Projektanweisung
aus der CLAUDE.md und das automatische Gedächtnis lädt Claude Code danach
wieder, frisch von der Platte. Wer die CLAUDE.md mitten in der Sitzung
geändert hat, arbeitet ab hier mit der neuen Fassung; vorher galt die vom
Sitzungsbeginn (Doku zum Prompt Caching (externe Seite, code.claude.com)).
Das alte Gespräch bleibt gespeichert und lässt sich mit /resume
zurückholen. Leichter findet man es mit einem Namen. /clear release-prep
etwa beschriftet das Gespräch, das man gerade verlässt, in einem Schritt
(Doku zu Sitzungen (externe Seite, code.claude.com)).
Wenn das Fenster voll wird
Lange Arbeit an einer einzigen Aufgabe füllt das Fenster trotzdem. Dafür hat Claude Code eine eigene Mechanik: Es verdichtet von selbst, sobald der Kontext sich der Grenze nähert, und die Sitzung läuft weiter (Doku zum Kontextfenster (externe Seite, code.claude.com)).
Verdichten heißt, Claude Code ersetzt den wörtlichen Verlauf durch eine
Zusammenfassung, die ins Fenster passt. Von Hand geht das mit /compact, auf
Wunsch mit einer Vorgabe dahinter, etwa /compact focus on the auth bug fix.
Dann behält die Zusammenfassung, was man selbst gewählt hat. Ohne Vorgabe
schätzt der automatische Lauf, was wichtig ist.
Ein zweiter Weg hält das Fenster schlank, bevor es voll wird: Große Leseaufträge gehen an einen Subagent. Der liest in seinem eigenen Kontextfenster, und zurück kommt nur seine Zusammenfassung (Doku zum Kontextfenster (externe Seite, code.claude.com)).
Was eine Zusammenfassung behält, was danach frisch von der Platte kommt und
was verloren geht, erklärt Vibe-Coding / Agentic Engineering, Kapitel 05 ausführlich. Für den Alltag
genügt eine Faustregel aus der Befehlsübersicht (externe Seite, code.claude.com):
/clear, wenn eine neue Aufgabe beginnt, /compact, wenn dieselbe Aufgabe
weitergehen soll und nur Platz fehlt. Die
Doku zum Prompt Caching (externe Seite, code.claude.com) rät außerdem, /compact
an eine ruhige Stelle zu legen, etwa zwischen zwei Teilaufgaben. Dann bestimmt
man selbst, wann der Aufwand dafür anfällt.
eigene Darstellung nach der Herstellerdokumentation, Stand 10.10.2026
Eine Sitzung am nächsten Tag fortsetzen
Ein Gespräch bleibt beim Beenden von Claude Code erhalten. Die
Doku zu Sitzungen (externe Seite, code.claude.com) nennt es Sitzung: ein
gespeichertes Gespräch, das zu einem Projektordner gehört. Claude Code
schreibt es während der Arbeit fortlaufend in eine Datei auf der eigenen
Platte, auch über ein /clear hinweg. So lässt sich dort weitermachen, wo man
aufgehört hat, ein anderer Ansatz in einem Zweig ausprobieren oder zwischen
Aufgaben wechseln.
Gespeichert wird je Projektordner. Wer am nächsten Morgen im selben Ordner
claude --continue startet, ist wieder im letzten Gespräch. claude --resume
öffnet stattdessen eine Auswahl aller Sitzungen dieses Ordners.
Die Auswahl zeigt jede Sitzung in einer Zeile: mit Titel, der Zeit seit der
letzten Aktivität, dem Git-Branch und der Größe der Datei. Ohne eigenen Namen
erzeugt Claude Code den Titel selbst, ein kleines, schnelles Modell fasst dafür
die erste Eingabe kurz zusammen. Wer viele Sitzungen im selben Ordner hat,
vergibt besser selbst einen Namen, beim Start mit claude -n oder unterwegs
mit /rename. Die Doku rät dazu vor allem, wenn mehrere Aufgaben parallel
laufen (Doku zu Sitzungen (externe Seite, code.claude.com)).
Mit dem Namen geht auch claude --resume <name> direkt in die Sitzung. Was
eine lange Pause dabei kostet und warum Claude Code nach einer Stunde
nachfragt, steht auf der zweiten Ebene.
Der Kontext einer Sitzung ist nie leer, auch nicht vor dem ersten Wort. Und er kostet je nach Zustand des Zwischenspeichers sehr verschieden viel. Beides erklärt, warum dieselbe Nachricht einmal sofort und einmal spürbar langsamer beantwortet wird.
Was vor der ersten Eingabe im Fenster liegt
Bevor man etwas tippt, hat Claude Code schon geladen: die CLAUDE.md, das
automatische Gedächtnis, die Namen der MCP-Werkzeuge und die Beschreibungen
der Skills (Doku zum Kontextfenster (externe Seite, code.claude.com)).
Von einem Skill steht dort nur eine Zeile, sein ganzer Inhalt kommt erst, wenn
Claude ihn benutzt. Von den MCP-Werkzeugen stehen in der Voreinstellung nur
die Namen im Fenster. Die vollständige Beschreibung holt Claude über die
Werkzeugsuche, sobald eine Aufgabe sie braucht. Je nach Einrichtung kommt noch
mehr hinzu, etwa ein Ausgabestil.
Dazu kommen die Systemanweisung des Werkzeugs und ein Block mit Angaben zur
Umgebung: Arbeitsordner, Betriebssystem, Shell und, als eigener Block, Branch,
Zustand und letzte Commits des Git-Repositorys. Eine CLAUDE.md im
Arbeitsordner und in den Ordnern darüber lädt Claude Code beim Start. Eine
CLAUDE.md in einem Unterordner wartet, bis Claude dort eine Datei anfasst
(Doku zum Gedächtnis (externe Seite, code.claude.com)).
Welcher Posten wie viel Platz belegt, zeigt /context als farbiges Raster
(Befehlsübersicht (externe Seite, code.claude.com)). Dazu gibt es Vorschläge zu
Werkzeugen, die viel Kontext belegen, Hinweise auf ein aufgeblähtes Gedächtnis
und Warnungen, wenn der Platz knapp wird. Ist das Gespräch schon größer als das
Fenster, nennt /context, um wie viel, und welcher Befehl Platz schafft.
Außerdem zeigt es, welche CLAUDE.md-Dateien und welche Dateien des
Gedächtnisses geladen sind; /memory öffnet sie zum Bearbeiten
(Doku zum Kontextfenster (externe Seite, code.claude.com)).
Dieselbe Seite der Doku zeigt den Aufbau auch als durchgespielte Sitzung.
Ihre Zahlen sind Beispielwerte, so steht es unter der Darstellung. Die echte
Aufteilung der eigenen Sitzung liefert nur /context. Wer dort eine große
Projektanweisung oder viele Werkzeugnamen sieht, findet die Gründe dafür in
Vibe-Coding / Agentic Engineering, Kapitel 05.
Der Zwischenspeicher und die Pause
Jede Anfrage schickt den ganzen Verlauf. Ohne Zwischenspeicher müsste die Schnittstelle ihn bei jedem Schritt vollständig neu verarbeiten (Doku zum Prompt Caching (externe Seite, code.claude.com)). Der Prompt Cache hält den Anfang einer Anfrage vor, der sich seit der letzten nicht geändert hat; die Doku nennt ihn Präfix. Diesen Teil liest die Schnittstelle zum günstigeren Satz für Cache-Treffer.
Der Vergleich ist streng. Er verlangt exakte Übereinstimmung, und eine Änderung an irgendeiner Stelle des Präfixes lässt alles dahinter neu berechnen. Einen eigenen Speicher je Datei oder Abschnitt gibt es dabei keinen.
Claude Code ordnet jede Anfrage deshalb so, dass vorn steht, was sich selten
ändert. Ganz vorn liegen die Systemanweisung und die Beschreibungen der
Werkzeuge. Dahinter folgt der Projektkontext mit CLAUDE.md, Gedächtnis und
Regeln ohne Pfadbindung, am Ende das Gespräch. Eine neue Nachricht lässt die
beiden vorderen Schichten im Speicher. Eine geänderte Systemanweisung entwertet
alles, weil jeder spätere Inhalt nun hinter einem anderen Präfix steht.
Ein Modellwechsel mitten in der Sitzung entwertet den Speicher ebenfalls, denn
jedes Modell hat seinen eigenen. Dasselbe passiert in der ersten Sitzung nach
einem Update von Claude Code. Bringt ein MCP-Server neue Werkzeuge mit, kostet
das den Speicher, sofern Claude Code die Werkzeuge vorab lädt. Eine geänderte CLAUDE.md
lässt den Speicher dagegen in Ruhe. Sie wirkt dafür auch erst nach /clear,
/compact oder einem Neustart. Bis dahin arbeitet Claude mit der Fassung vom
Sitzungsbeginn.
Dazu kommt die Zeit. Ein gespeichertes Präfix verfällt, wenn eine Weile keine Anfrage kommt. Jeder Treffer setzt die Uhr zurück, und solange man arbeitet, bleibt der Speicher warm. Nach einer längeren Lücke berechnet die nächste Anfrage alles neu, deshalb kommt die erste Antwort nach einer Pause oft spürbar langsamer (Doku zum Prompt Caching (externe Seite, code.claude.com)).
Wie lange er hält, hängt am Zugang. Die Schnittstelle kennt zwei Fristen (in der Doku TTL genannt): fünf Minuten und eine Stunde. Die Stundenfrist übersteht längere Pausen und kostet beim Schreiben in den Speicher einen höheren Satz. Bei kurzen Arbeitsphasen, die nie länger als fünf Minuten ruhen, fällt dieser Aufschlag an, ohne dass die lange Frist je gebraucht wird.
Ohne eigene Wahl fordert Claude Code die Stunde nur im Abo an, solange die
Nutzung im enthaltenen Kontingent liegt, und dort für das Hauptgespräch. In
allen anderen Fällen gilt die kurze Frist von fünf Minuten. Das betrifft einen
Zugang über einen API-Schlüssel oder einen Cloud-Anbieter, und im Abo die
Nutzung über das enthaltene Kontingent hinaus. Subagents bekommen auch im Abo
fünf Minuten. Wer eine andere Frist will, setzt sie seit Version 2.1.242 mit
der Einstellung promptCacheTtl auf 1h oder 5m
(Doku zum Prompt Caching (externe Seite, code.claude.com)).
Nach einer halben Stunde Pause liegt der Verlauf mit der Stundenfrist noch im Speicher. Mit fünf Minuten Frist verarbeitet die nächste Anfrage ihn komplett neu.
eigene Darstellung nach der Herstellerdokumentation, Stand 10.10.2026
Der Speicher hängt außerdem am Ort. In Claude Code gilt er praktisch für einen Rechner und einen Ordner (Doku zum Prompt Caching (externe Seite, code.claude.com)).
Der Grund steht in der Anfrage selbst: Die Systemanweisung enthält die Pfade des Gedächtnisses, und das Gespräch beginnt mit Arbeitsordner, Betriebssystem und Shell. Zwei Sitzungen in verschiedenen Ordnern bauen deshalb verschiedene Präfixe. Parallele Sitzungen im selben Ordner lesen aus demselben Speicher. Nacheinander gestartete teilen ihn nur, wenn der Git-Stand beim Start derselbe war.
Verdichten ist selbst eine Anfrage
/compact schafft Platz, indem es das bisherige Gespräch zusammenfasst.
Dahinter darf eine Vorgabe stehen, worauf die Zusammenfassung achten soll
(Befehlsübersicht (externe Seite, code.claude.com)). Die
Kostenseite (externe Seite, code.claude.com) nennt als Beispiel
/compact Focus on code samples and API usage. Wer immer dieselben
Schwerpunkte will, schreibt sie unter die Überschrift # Compact instructions
in die CLAUDE.md des Projekts.
Für die Zusammenfassung braucht das Modell den Verlauf. Claude Code schickt dafür eine eigene Anfrage. Sie wiederholt Systemanweisung und Werkzeuge des Gesprächs und den Verlauf, der zusammengefasst wird. Am Ende steht eine Anweisung zum Zusammenfassen (Doku zum Prompt Caching (externe Seite, code.claude.com)).
Ist der Zwischenspeicher noch warm, liest diese Anfrage das Präfix aus ihm. Ein
/compact mitten in der Arbeit kostet dann einen Bruchteil dessen, was die
Größe des Kontexts erwarten ließe. Die meiste Zeit geht in das Schreiben der
Zusammenfassung. Nach einer Pause über seine Lebensdauer hinaus läuft der
ganze Verlauf zum vollen Satz. Am teuersten ist /compact deshalb, wenn man
eine alte Sitzung fortsetzt.
Danach beginnt der Speicher für das Gespräch neu, und das ist so gewollt: Die
nächste Anfrage hat einen neuen, kürzeren Verlauf ohne gemeinsames Präfix mit
dem alten. Neu gespeichert wird dabei nur die kurze Zusammenfassung, dieser
Schritt geht schnell. Den Projektkontext liest Claude Code beim Verdichten neu
von der Platte. Aus dem Speicher kommt er nur, wenn sich CLAUDE.md und
Gedächtnis seit dem Sitzungsbeginn nicht geändert haben.
Ein Zurückspulen mit Esc Esc geht den umgekehrten Weg. Es kürzt den Verlauf auf einen Stand, der schon im Speicher liegt. Jede Runde seither hat dieses Präfix mitgelesen und damit warm gehalten, auch wenn der Zielpunkt selbst länger zurückliegt als die Frist (Doku zum Prompt Caching (externe Seite, code.claude.com)). Wie das Zurückspulen bedient wird, steht in Kapitel 03.
Fortsetzen nach einer langen Pause
Eine Sitzung von gestern ist eine Sitzung mit kaltem Speicher. Im Terminal
kommt Claude Code dem zuvor: Ein Gespräch ab 200.000 Token, das etwa
54 Minuten ruht, verdichtet es, bevor der einstündige Speicher abläuft
(Changelog (externe Seite, code.claude.com)).
Wer das nicht will, setzt "idleCompaction": false in den Einstellungen
(Doku zum Prompt Caching (externe Seite, code.claude.com)).
Seit Version 2.1.302 geht das auch über eine eigene Zeile in /config.
Ruht eine Sitzung ohne diese Verdichtung, fragt Claude Code in einem bestimmten Fall nach, bevor es weitergeht. Die Sitzungsdoku beschrieb ihn bis Mitte Oktober 2026 (Fassung vom 15.10.2026 (externe Seite, web.archive.org)). Sie nannte drei Bedingungen: ein Pro- oder Max-Abo, eine Sitzung, die seit mehr als etwa einer Stunde ruht, und ein Verlauf über 100.000 Token. Dann stellt Claude Code das Gespräch wieder her und öffnet einen Dialog, noch vor der ersten neuen Nachricht.
Der Dialog bietet drei Wege. „Resume from summary“ verdichtet sofort: Eine einzige Anfrage fasst den ganzen Verlauf zusammen, danach besteht das Gespräch aus der Zusammenfassung, den letzten Wortwechseln und bis zu fünf zuletzt gelesenen Dateien. „Resume full session as-is“ lädt das Gespräch unverändert. „Don’t ask me again“ macht dasselbe und zeigt den Dialog künftig nicht mehr.
Die Doku beschrieb den Unterschied als Abwägung. Wer unverändert weitermacht, behält jedes Detail des Gesprächs, und jede spätere Anfrage kostet so viel, wie das Gespräch groß ist. Wer aus der Zusammenfassung weitermacht, zahlt bei jeder späteren Anfrage weniger. Was die Zusammenfassung weglässt, steht danach allerdings nicht mehr in Claudes Kontext.
Die erste Anfrage nach der Pause verarbeitet in beiden Fällen den ganzen Verlauf einmal neu, denn der Speicher ist abgelaufen. Der Unterschied liegt bei allen Anfragen danach.
Was /usage zählt
/usage zeigt die Kosten der Sitzung, die Grenzen des Abos und Zahlen zur
Aktivität (Befehlsübersicht (externe Seite, code.claude.com)); /cost und
/stats führen dorthin.
Der Dollarbetrag ist eine Schätzung, die Claude Code lokal aus den Tokenzahlen zum Listenpreis rechnet. Verbindlich ist die Abrechnung des Anbieters (Kostenseite (externe Seite, code.claude.com)). Bei Pro und Max ist die Nutzung im Abo enthalten, dort zeigt dieselbe Seite Balken für das Kontingent und eine Aufschlüsselung der Nutzung. Für sie gilt dasselbe wie für den Betrag: Die Zahlen sind Näherungen aus dem lokalen Sitzungsverlauf dieses Rechners. Nutzung auf anderen Geräten oder auf claude.ai fehlt darin.
Seit Version 2.1.251 steht in /usage außerdem eine Zeile zum
Zwischenspeicher des Hauptgesprächs. Sie zählt die Anfragen, den Anteil der
Eingabe aus dem Speicher und die Cache Misses und sagt, ob der Speicher gerade
warm ist. Seit Version 2.1.260 nennt sie, wenn möglich, auch die
wahrscheinliche Ursache des letzten Cache Miss
(Kostenseite (externe Seite, code.claude.com)).
Seit Version 2.1.211 vom 15.07.2026 setzt /clear den Zähler zurück.
Davor lief er über /clear hinweg weiter, laut
Versionsliste (externe Seite, code.claude.com) ein Fehler.
Eine Sitzung ist eine Datei auf der eigenen Platte. Daraus folgt fast alles in dieser Ebene: was beim Fortsetzen zurückkommt, wie zwei Zweige entstehen und wo man nachsehen kann.
Was ein Fortsetzen wiederherstellt
Fortgesetzt wird das Gespräch, und mit ihm der Zustand, den das Transkript
festhält (Doku zu Sitzungen (externe Seite, code.claude.com)). Dazu gehören der
ganze Verlauf samt Werkzeugaufrufen und Ergebnissen, das Modell und ein mit
--agent gewählter Agent. Ein Start aus dem Terminal mit --continue oder
--resume <id> stellt auch den Berechtigungsmodus wieder her, mit einigen
Ausnahmen. Geplante Aufgaben, die noch nicht abgelaufen sind, kommen ebenfalls
zurück.
Ein Werkzeug, das beim Ende des alten Prozesses noch lief, etwa bei einem Absturz, läuft weder zu Ende noch ein zweites Mal. Claude sieht den Aufruf als abgebrochen markiert und soll zuerst prüfen, ob er schon gewirkt hat. So verhält sich Claude Code seit Version 2.1.281.
Die Umgebung, in der das Gespräch lief, kommt nur zum Teil mit: Nicht jede
Option des ursprünglichen Aufrufs stellt Claude Code wieder her
(Doku zu Sitzungen (externe Seite, code.claude.com)).
Neu anzugeben sind laut Doku --mcp-config, --settings, --plugin-dir,
--fallback-model und die mit --add-dir hinzugenommenen Ordner. Auch ein
Ordner, der mitten in der Sitzung per /add-dir dazukam, fehlt danach. Was in
den gewöhnlichen Einstellungsdateien wie settings.json steht, liest Claude
Code beim Start ohnehin neu. Ein Befehl, der in der alten Sitzung im
Hintergrund lief, läuft danach nicht weiter. Im Transkript steht dann ein
Hinweis, dass er nicht fertig wurde.
Zwei Arten von Sitzungen fehlen in der Auswahl von --resume und bei
--continue: Läufe mit claude -p und Sitzungen aus dem Agent SDK. Beide
lassen sich über ihre Kennung fortsetzen, mit claude --resume <session-id>.
--continue überspringt außerdem Sitzungen, deren erste Eingabe /loop war.
Seit Version 2.1.223 funktioniert --resume <id> aus jedem Ordner. Claude
Code sucht die Kennung zuerst im aktuellen Projekt und seinen Git-Worktrees,
danach in allen anderen Projekten auf dem Rechner. Die Suche über Projekte
hinweg gelingt nur, wenn genau ein anderes Projekt ein Transkript mit
Nachrichten zu dieser Kennung hat. Liegt dort eine von Hand kopierte Doppelung,
meldet Claude Code die Sitzung als nicht gefunden. Eine beliebige Kopie öffnet
es in diesem Fall nicht (Doku zu Sitzungen (externe Seite, code.claude.com)).
Eine Sitzung verzweigen
Wer einen anderen Ansatz ausprobieren will, ohne den bisherigen Stand
aufzugeben, verzweigt. /branch legt an der aktuellen Stelle eine Kopie des
Gesprächs an und wechselt hinein. Das Original bleibt erhalten
(Befehlsübersicht (externe Seite, code.claude.com)). Ohne Namen benennt Claude
Code den Zweig nach der ersten Eingabe des Gesprächs. Die Bestätigung nennt
zwei Kennungen, die des neuen Zweigs und die des Originals, und zurück geht es
mit /resume (Doku zu Sitzungen (externe Seite, code.claude.com)).
/branch arbeitet im selben Prozess weiter. Freigaben, die „für diese
Sitzung“ erteilt wurden, gelten deshalb im Zweig weiter. Laufende Subagents
und Befehle im Hintergrund arbeiten ebenfalls weiter, ihre Ausgabe landet im
neuen Zweig. Von der Kommandozeile geht dasselbe mit
--continue --fork-session. Das startet einen neuen Prozess, und dort sind die
Freigaben neu zu erteilen.
/fork legt die Kopie seit Version 2.1.212 als Hintergrundsitzung an, die
eigene Sitzung läuft weiter. Mit einer Eingabe dahinter beginnt die Kopie
sofort damit. Ohne Eingabe wartet sie in der Agent View auf ihre erste
Aufgabe (Befehlsübersicht (externe Seite, code.claude.com)).
Ohne Verzweigung teilen sich zwei Terminals ein Transkript. Wer dieselbe Sitzung in zwei Terminals fortsetzt, bekommt die Nachrichten beider verschränkt in eine Datei (Doku zu Sitzungen (externe Seite, code.claude.com)). Für zwei parallele Stränge derselben Arbeit gehört deshalb ein Zweig an den Anfang.
eigene Darstellung nach der Herstellerdokumentation, Stand 10.10.2026
Die Schwelle zum Verdichten
Wann Claude Code von selbst verdichtet, ist einstellbar. Die Doku nennt die Größe Auto-Compact-Fenster: Sie sagt, wie voll das Kontextfenster werden darf, bevor Claude Code das Gespräch verdichtet (Doku zur Modellkonfiguration (externe Seite, code.claude.com)). Nach oben begrenzt Claude Code den Wert auf das Kontextfenster des Modells.
Ohne eigene Einstellung verdichtet Claude Code, wenn das Gespräch die Grenze des Modells erreicht. Modelle mit einem nativen Fenster von einer Million Token verdichten früher, in der Voreinstellung bei etwa 967.000. Dazu zählen laut Doku die Fable-Modelle, Sonnet ab 5, Haiku 5.5 und Opus ab 4.7. Sonnet 4.6 und Opus 4.6 ohne erweiterten Kontext verdichten bei 200.000.
/autocompact setzt einen eigenen Wert zwischen 100.000 und einer Million,
etwa mit /autocompact 500k. Die Größe darf als volle Tokenzahl kommen, mit
k oder M oder als bloße Zahl von 100 bis 1000, die dann Tausende meint.
Seit Version 2.1.288 merkt sich Claude Code den Wert je Modell, davor galt
einer für alle. /autocompact auto kehrt zu dem Wert zurück, den der
Hersteller für das Modell abgestimmt hat. Für einen einzelnen Start gibt es die
Option --autocompact. Die Umgebungsvariable CLAUDE_CODE_AUTO_COMPACT_WINDOW
geht allen anderen Wegen vor.
Auch bei großen Fenstern läuft dieselbe Mechanik (Doku zum Kontextfenster (externe Seite, code.claude.com)). Eine niedrigere Schwelle heißt: Es wird früher verdichtet, und jede Anfrage danach schickt einen kürzeren Verlauf. Im Gegenzug fasst die Zusammenfassung früher zusammen, was später vielleicht noch wörtlich gebraucht würde.
Wo die Transkripte liegen
Claude Code speichert Sitzungen je Projektordner
(Doku zu Sitzungen (externe Seite, code.claude.com)). Jede Sitzung ist eine
Datei unter ~/.claude/projects/<project>/<session-id>.jsonl. Der Name des
Unterordners ist der Pfad des Arbeitsordners, in dem jedes Zeichen außer
Buchstaben und Ziffern zu einem Bindestrich wird. Jede Zeile der Datei ist ein
JSON-Objekt für eine Nachricht, einen Werkzeugaufruf oder einen Eintrag mit
Metadaten.
Das Format ist laut Doku intern und ändert sich zwischen Versionen. Ein
Skript, das die Dateien direkt liest, kann deshalb mit jeder neuen Version
brechen. Für Skripte nennt die Doku eigene Schnittstellen, etwa claude -p
mit --output-format json. Wer ein Gespräch weitergeben will, nimmt /export
(Befehlsübersicht (externe Seite, code.claude.com)). Ohne Dateinamen öffnet es
einen Dialog zum Kopieren in die Zwischenablage oder zum Speichern als
Textdatei, mit Dateinamen schreibt es direkt in diese Datei.
Aufbewahrt werden Transkripte in der Voreinstellung 30 Tage, einstellbar über
cleanupPeriodDays. Vor Ablauf der Frist löscht sie claude purge, und
CLAUDE_CONFIG_DIR verlegt den ganzen Speicherort
(Doku zu Sitzungen (externe Seite, code.claude.com)).
Was eine Sitzung im Mittel kostet
Der Hersteller nennt eine Zahl aus Unternehmenseinsätzen (Kostenseite (externe Seite, code.claude.com)). Im Durchschnitt kostet Claude Code dort rund 13 Dollar je Entwickler und aktivem Tag und 150 bis 250 Dollar je Entwickler und Monat. Bei 90 Prozent der Nutzer bleiben die Kosten unter 30 Dollar je aktivem Tag.
Drei Angaben gehören dazu. Gezählt sind aktive Tage. Die Zahl stammt vom Anbieter selbst, aus Einsätzen in Unternehmen. Und die Seite nennt Modell, Größe der Codebasis und Arbeitsweise als Gründe für starke Schwankungen, bei der Arbeitsweise etwa mehrere parallel laufende Instanzen oder Automatisierung. Was Modell, Effort und Fast Mode an den Kosten ändern, steht in Kapitel 06. Für eine eigene Schätzung rät sie, mit einer kleinen Pilotgruppe zu beginnen und deren Verbrauch zu messen, bevor ein ganzes Team umsteigt.
Ein kleiner Teil fällt auch ohne eigene Eingabe an, typischerweise unter 0,04
Dollar je Sitzung. Claude Code fasst dafür im Hintergrund frühere Gespräche
für --resume zusammen, und manche Befehle wie /usage fragen ihren Status
beim Anbieter ab (Kostenseite (externe Seite, code.claude.com)).
Quellen
10 Einträge, davon 1 Schlüsselarbeitalle erreichbar
Erreichbarkeit automatisch geprüft
SchlüsselarbeitDokumentationerreichbar
Anthropic, How Claude remembers your project (externe Seite, code.claude.com)
code.claude.comgeprüft 25.10.2026
Die Herstellerdokumentation zur Projektanweisung und ihren Geltungsbereichen. Sie ist die Quelle für den Satz, auf dem dieses Kapitel steht: Die Datei ist Kontext, keine durchgesetzte Konfiguration, wer etwas verbindlich verhindern will, braucht einen Hook. Dazu die Ladereihenfolge über vier Ebenen, die Größenempfehlung von 200 Zeilen und die Auskunft, dass Claude Code seit Version 2.1.277 auch AGENTS.md selbst liest, standardmäßig aber nur, wenn keine CLAUDE.md im Projekt liegt. Sie belegt außerdem, dass die Datei beim ersten Mal vom Werkzeug erzeugt wird, und beschreibt daneben das zweite Gedächtnis: Notizen, die der Agent sich selbst anlegt, je Repository unter einem eigenen Verzeichnis, maschinenlokal, und beim Start geladen bis zur Grenze von 200 Zeilen oder 25 Kilobyte.
Dokumentationerreichbar
Anthropic, Prompt caching in Claude Code (externe Seite, code.claude.com)
code.claude.comgeprüft 25.10.2026
Die Herstellerdokumentation zum Prompt Caching in Claude Code. Jede Anfrage schickt den ganzen Verlauf erneut, und der Anbieter liest den unveränderten Anfang aus dem Zwischenspeicher. Die Seite nennt, welche Handlungen diesen Speicher entwerten, etwa ein Modellwechsel oder das Verdichten, und was das Verdichten selbst kostet. Sie nennt außerdem die Lebensdauer: eine Stunde für das Hauptgespräch in einem Abo innerhalb der enthaltenen Nutzung, sonst fünf Minuten. Stand 10.10.2026.
Dokumentationerreichbar
Anthropic, Manage costs effectively (externe Seite, code.claude.com)
code.claude.comgeprüft 25.10.2026
Die Herstellerdokumentation zu Kosten in Claude Code: Verbrauch verfolgen, Ausgabegrenzen für Teams setzen und Token sparen. In Unternehmen liegen die Kosten laut Anthropic im Mittel bei rund 13 Dollar je Entwickler und aktivem Tag und bei 150 bis 250 Dollar im Monat, für 90 Prozent der Nutzer unter 30 Dollar je aktivem Tag.
Dokumentationerreichbar
Anthropic, Commands (externe Seite, code.claude.com)
code.claude.comgeprüft 25.10.2026
Die Herstellerreferenz aller Befehle in Claude Code, eingebaute Befehle wie mitgelieferte Skills. Sie erklärt, dass ein Befehl nur am Anfang einer Nachricht erkannt wird, der Rest als Argument gilt, und dass Befehle während einer laufenden Antwort in die Warteschlange kommen.
Dokumentationerreichbar
Anthropic, Explore the context window (externe Seite, code.claude.com)
code.claude.comgeprüft 25.10.2026
Die Herstellerseite zum Kontextfenster, aufgebaut als begehbare Simulation einer Sitzung. Sie belegt, dass das Verdichten das Gespräch durch eine strukturierte Zusammenfassung ersetzt (Ereignis „/compact“ der Simulation). Ebenfalls von dort die Ausnahme, dass die Liste der verfügbaren Skills als einziger Teil des Startinhalts nach dem Verdichten nicht erneut eingesetzt wird; erhalten bleiben nur die tatsächlich aufgerufenen. Sie belegt außerdem, dass die Startfüllung ohne Zutun geschieht: CLAUDE.md, automatisches Gedächtnis, die Namen der MCP-Werkzeuge und die Beschreibungen der Skills laden in den Kontext, bevor man etwas tippt. Die Umgebungsangaben stehen in der begehbaren Simulation als eigener Posten „Environment info“ mit 280 Token und der Kennzeichnung auto: Arbeitsordner, Plattform, Shell, Version des Betriebssystems und ob ein Git-Repository vorliegt; Branch, Status und letzte Commits laden als eigener Block. Nach dem Verdichten liest das Werkzeug diesen Block frisch, dazu bis zu fünf zuletzt geänderte Dateien der Sitzung (Tabelle „What survives compaction“, Stand 09.10.2026). Dieser Text liegt in den Daten der Simulation und wird erst beim Anklicken des Punktes sichtbar, deshalb ist er nicht als Zitat hinterlegt.
Dokumentationerreichbar
Anthropic, Manage sessions (externe Seite, code.claude.com)
code.claude.comgeprüft 25.10.2026
Die Herstellerdokumentation zu Sitzungen in Claude Code: benennen, fortsetzen mit --continue, --resume oder --from-pr, verzweigen und wechseln, dazu Export der Verläufe und der Speicherort der Transkripte. Eine Sitzung ist ein gespeichertes Gespräch, das an ein Projektverzeichnis gebunden ist.
Dokumentationerreichbar
Anthropic, Manage sessions (Archivfassung vom 15.10.2026) (externe Seite, web.archive.org)
web.archive.orggeprüft 25.10.2026
Die Sitzungsdoku von Claude Code in der Fassung vom 15.10.2026. Sie beschreibt den Dialog beim Fortsetzen einer ruhenden Sitzung: Bei einem Pro- oder Max-Abo, mehr als etwa einer Stunde Pause und über 100.000 Token fragt Claude Code, ob es aus einer Zusammenfassung oder mit dem vollen Verlauf weitergehen soll.
Dokumentationerreichbar
Anthropic, Claude Code changelog (externe Seite, code.claude.com)
code.claude.comgeprüft 25.10.2026
Die Versionsliste von Claude Code mit Neuerungen, Verbesserungen und Fehlerbehebungen je Fassung, erzeugt aus der Datei CHANGELOG.md im GitHub-Repository. Jede Fassung steht mit ihrem Erscheinungsdatum da, am 09.10.2026 zuoberst 2.1.296 vom selben Tag.
Dokumentationerreichbar
Anthropic, Claude Code Changelog 2.1.211 (externe Seite, code.claude.com)
code.claude.comgeprüft 25.10.2026
Der Eintrag zur Fassung 2.1.211 von Claude Code vom 15.07.2026 in der Versionsliste. Als behobener Fehler steht dort, dass /clear den Kostenzähler der Sitzung bis dahin nicht zurücksetzte; seither beginnt er nach /clear wieder bei null. Der Wortlaut enthält Befehlsnamen in Codeschrift und einen Gedankenstrich, deshalb ist er nicht als Zitat hinterlegt.
Dokumentationerreichbar
Anthropic, Model configuration (externe Seite, code.claude.com)
code.claude.comgeprüft 25.10.2026
Die Herstellerdokumentation zur Modellwahl in Claude Code: Aliase und ihre Fassungen je Zugang, die Rangfolge der Einstellungen, opusplan, die Effort-Stufen und ihre Reihenfolge, Ausweichmodelle bei Überlast und bei Sicherheitsfiltern, das Fenster von einer Million Token und die Schwelle, an der automatisch verdichtet wird. Ohne eigene Einstellung verdichten Modelle mit einem Fenster von einer Million Token bei rund 967.000 Token, ältere Modelle ohne erweitertes Fenster an der Grenze von 200.000. Selbst setzen lässt sich die Schwelle mit /autocompact, zwischen 100.000 Token und einer Million. Stand 11.10.2026.