Claude CodeKapitel 19 von 31

MCP und Plugins

Gleiches Kapitel, drei Tiefen. Die Wahl gilt überall und bleibt gespeichert.

Tiefe 1: Überblick · Lesezeit 9 Min. · Stand

Claude Code bringt eigene Werkzeuge mit: Dateien lesen und schreiben, suchen, Befehle ausführen, Seiten im Netz abrufen. Welche das sind und in welcher Reihenfolge Claude sie wählt, steht in Kapitel 04. Für alles, was außerhalb des Rechners liegt, etwa ein Ticketsystem, eine Datenbank oder ein Dienst für Fehlermeldungen, braucht es eine Verbindung nach draußen. Dafür gibt es MCP, das Model Context Protocol.

Dieses Kapitel hat zwei Teile. Der erste zeigt, wie Claude Code einen MCP-Server einbindet, für wen er gilt und wie die Anmeldung läuft. Der zweite handelt von Plugins: Pakete, die Skills, Subagents, Hooks und MCP-Server bündeln und sich mit einem Befehl installieren lassen. Was MCP als Protokoll festlegt und was es offen lässt, erklärt Agenten und Harness, Kapitel 02 im Pfad zu Agenten.

Wann sich ein Server lohnt

Die Doku nennt ein einfaches Zeichen. Wer Daten aus einem anderen Werkzeug immer wieder ins Gespräch kopiert, sollte dieses Werkzeug als Server anbinden (MCP-Doku (externe Seite, code.claude.com)). Danach liest Claude das System selbst und handelt darin. Das Kopieren von Hand entfällt.

Ein Server bringt Werkzeuge und Zugriff auf Daten. Wie man diese Werkzeuge gut benutzt, gehört in einen Skill. Die Übersicht der Erweiterungen (externe Seite, code.claude.com) trennt die beiden genau so. MCP verbindet Claude mit äußeren Diensten. Skills erweitern, was Claude weiß, auch über den Umgang mit diesen Diensten. Ein typisches Paar ist ein Server für die Datenbank und ein Skill, der das Schema und die üblichen Abfragen des Teams beschreibt. Wie Skills arbeiten, erklärt Kapitel 17. Wann ein Hook, ein Mod, ein Skill oder ein MCP-Server passt, zeigt Kapitel 18.

Einen Server einbinden

claude mcp gehörte zum ersten Funktionsumfang. Schon die Doku vom Februar 2025 führte den Befehl, um MCP-Server einzurichten (Archivfassung (externe Seite, docs.anthropic.com)). Eingebunden wird ein Server im Terminal, außerhalb einer Sitzung. Der Befehl braucht einen Namen, den man frei wählt, und die Angabe, wie Claude Code den Server erreicht:

claude mcp add \
  --transport http \
  notion \
  https://mcp.notion.com/mcp

Die Doku nennt vier Arten der Verbindung. Ein Server im Netz wird über HTTP angesprochen, und das ist der empfohlene Weg für entfernte Server (MCP-Doku (externe Seite, code.claude.com)). Ein lokaler Server ist ein Programm, das Claude Code auf dem eigenen Rechner startet und über Standardein- und -ausgabe anspricht (stdio). Das ältere Verfahren SSE gilt als veraltet. Dazu kommt WebSocket für Server, die von sich aus Ereignisse schicken. Die Einzelheiten stehen auf der zweiten Ebene.

Ob die Verbindung steht, zeigt claude mcp list mit einem Zustand je Server, etwa verbunden oder wartet auf Anmeldung (MCP-Doku (externe Seite, code.claude.com)). In einer laufenden Sitzung zeigt und verwaltet /mcp dieselben Server. Je nach Modus fragt Claude Code beim ersten Aufruf eines neuen Werkzeugs um Erlaubnis, wie bei jedem anderen Werkzeug (Schnellstart (externe Seite, code.claude.com)). Wer die Frage dauerhaft beantworten will, schreibt eine Regel; wie das geht, steht in Kapitel 16.

Wo ein Server gilt

Jeder Server liegt in einem von drei Bereichen. Der Bereich entscheidet, in welchen Projekten der Server lädt und ob das Team ihn mitbekommt.

Bereichgilt inmit dem Team geteiltsteht in
localdiesem Projektnein~/.claude.json, beim Projekt
projectdiesem Projektja, über die Versionsverwaltung.mcp.json im Projektordner
userallen eigenen Projektennein~/.claude.json

Ohne Angabe landet ein Server im Bereich local (MCP-Doku (externe Seite, code.claude.com)). Das passt für Zugangsdaten, die nicht ins Repository gehören. Mit --scope project schreibt Claude Code den Server in die Datei .mcp.json im Projektordner. Die Doku rät, sie einzuchecken, damit das ganze Team dieselben Werkzeuge hat. Diese Aufteilung gibt es seit Version 0.2.50 vom März 2025 (Versionsliste (externe Seite, code.claude.com)).

Ein Server aus einer fremden .mcp.json startet ein Programm oder schickt Daten an eine Adresse, die jemand anderes eingetragen hat. Deshalb fragt Claude Code in einer interaktiven Sitzung nach, bevor es einen solchen Server benutzt. In einem Lauf mit -p ohne Terminal und in Cloud-Sitzungen fällt diese Frage weg, und die Server laden ungefragt. Was das für Automaten heißt, steht in Kapitel 29.

Server im Netz mit Anmeldung

Ein lokaler Server muss installiert und gepflegt werden. Ein Server im Netz gehört dem Anbieter des Dienstes. Seit Version 1.0.27 vom 18.06.2025 meldet sich Claude Code bei solchen Servern über OAuth an (Versionsliste (externe Seite, code.claude.com)). Dabei meldet man sich einmal im Browser beim Dienst an, und Claude Code bekommt einen Zugangsschlüssel. Die Ankündigung (externe Seite, claude.com) nannte als Vorteil, dass der Anbieter sich um Aktualisierung, Skalierung und Erreichbarkeit kümmert. Dieselbe Eigenschaft hat eine Kehrseite: Ein solcher Server ändert sich, ohne dass man es mitbekommt. Die Abwägung zwischen beiden Bauformen steht in Agenten und Harness, Kapitel 02 auf der zweiten Ebene.

Angemeldet wird in der Sitzung über /mcp, die Seite des Dienstes öffnet sich im Browser. Seit Version 2.1.186 vom 22.06.2026 geht das auch außerhalb einer Sitzung, mit claude mcp login <name>. Claude Code speichert die Zugangsschlüssel und erneuert sie selbst.

Connectors aus dem Konto

Wer Claude auch im Browser oder in der App benutzt, hat dort vielleicht schon Dienste verbunden. Diese Connectors sind MCP-Server, und seit Version 2.1.46 vom 18.02.2026 stehen sie auch in Claude Code bereit (Versionsliste (externe Seite, code.claude.com)). Eine zweite Einrichtung im Terminal entfällt. In /mcp erscheinen sie mit einem Hinweis auf ihre Herkunft (MCP-Doku (externe Seite, code.claude.com)).

Dafür gelten zwei Bedingungen. Claude Code holt die Connectors nur, wenn man mit einem Abo von claude.ai angemeldet ist. Wer über einen API-Schlüssel, Amazon Bedrock oder Google Cloud arbeitet, sieht sie also nicht. In den Tarifen Team und Enterprise dürfen außerdem nur Admins neue Connectors anlegen.

Plugins als Paket

Ein einzelner Server, ein Skill oder ein Hook funktioniert auch ohne Plugin. Ein Plugin wird nützlich, sobald mehrere davon zusammengehören und an andere Leute oder in andere Projekte sollen. Die Doku beschreibt es als Ordner mit Skills, Subagents, Hooks, MCP-Servern oder anderen Bestandteilen, den Claude Code als eine Einheit installiert und lädt (Plugin-Übersicht (externe Seite, code.claude.com)). Meist gibt ein Manifest in .claude-plugin/plugin.json dem Plugin seinen Namen.

Ein Marktplatz listet Plugins, ein Plugin ist ein Ordner mit Manifest und Bestandteilen, und installiert wird es in einen von drei Bereichen. Links der Marktplatz: eine Datei marketplace.json, die Plugins mit Namen und Quelle auflistet. In der Mitte ein Plugin, ein Ordner mit dem Manifest .claude-plugin/plugin.json, das den Namen gibt. Darin liegen Skills, Subagents, Hooks und MCP-Server, dazu weitere Bestandteile wie Language Server, Beobachter, Programme in bin/ und Hooks in JavaScript oder TypeScript, die ein Plugin zum Mod machen. Claude Code installiert und lädt den Ordner als eine Einheit. Mit /plugin install kommt es nach rechts in einen von drei Bereichen: user persönlich in allen Projekten, project geteilt für alle in diesem Repository, local persönlich nur in diesem Repository. Unten steht, was eine Organisation an jeder Station festlegt: welche Quellen für Marktplätze erlaubt oder gesperrt sind, welches Plugin fest eingeschaltet oder überall gesperrt ist, und ob sich ein Plugin mit --plugin-dir oder --plugin-url laden lässt. MARKTPLATZ marketplace.json Plugin 1 Quelle Plugin 2 Quelle Plugin 3 Quelle … ein Katalog: Name und Quelle je Plugin listet PLUGIN .claude-plugin/plugin.json Manifest, gibt den Namen Skills Subagents Hooks MCP-Server weitere: Language Server, Beobachter, Programme in bin/, Mod ein Ordner, als Einheit installiert und geladen /plugin install CLAUDE CODE in einem von drei Bereichen user persönlich alle Projekte project geteilt alle in diesem Repository local persönlich nur dieses Repository ORGANISATION erlaubt oder sperrt Quellen von Marktplätzen schaltet ein Plugin fest ein oder sperrt es in allen Bereichen sperrt --plugin-dir und --plugin-url
Ein Marktplatz listet Plugins, ein Plugin ist ein Ordner mit Manifest und Bestandteilen, installiert wird es in einen von drei Bereichen. Unten steht, was eine Organisation an jeder Station festlegt.

eigene Darstellung nach der Her­stel­ler­do­ku­men­ta­tion zu Plugins, Stand 12.10.2026

Anthropic hat Plugins mit Version 2.0.12 am 09.10.2025 eingeführt (Versionsliste (externe Seite, code.claude.com)), laut Ankündigung (externe Seite, anthropic.com) als öffentliche Beta für alle Nutzer von Claude Code. Seither ist das Format stark gewachsen. Ein Plugin kann heute auch Language Server für die Navigation im Code, Beobachter im Hintergrund und eigene Programme mitbringen. Was die Language Server leisten, erklärt Kapitel 04, die Beobachter Kapitel 28. Hooks als Funktionen in JavaScript oder TypeScript, die auch Bereiche der Oberfläche zeichnen und Befehle anlegen, machen ein Plugin zum Mod (Doku zu Mods (externe Seite, code.claude.com)). Was ein Mod kann und was er darf, erklärt Kapitel 18.

Vor den Skills und Befehlen eines Plugins steht sein Name als Vorsilbe, etwa /commit-commands:commit. So kommen sich zwei Plugins mit gleich benannten Skills nicht in die Quere (Übersicht der Erweiterungen (externe Seite, code.claude.com)).

Woher Plugins kommen

Die meisten Plugins stammen aus einem Marktplatz. Ein Marktplatz ist ein Repository mit einer Datei .claude-plugin/marketplace.json, die Plugins auflistet und sagt, wo jedes zu holen ist (Plugin-Übersicht (externe Seite, code.claude.com)). Der Marktplatz ist also ein Katalog. Die Plugins selbst liegen in seinem Ordner oder anderswo, in Repositories, Archiven oder Paketen. Den offiziellen Marktplatz von Anthropic fügt Claude Code beim ersten Start einer interaktiven Sitzung im Terminal selbst hinzu, sofern die Organisation das nicht sperrt.

Der Name täuscht leicht über den Inhalt. Laut der Seite zu den Marktplätzen von Anthropic (externe Seite, code.claude.com) stammt das meiste im offiziellen Marktplatz von Partnern und anderen Autoren. Am 12.10.2026 führte der Katalog (externe Seite, raw.githubusercontent.com) 315 Plugins, davon 39 mit Anthropic als Autor. Marktplätze anderer Anbieter prüft Anthropic nicht.

Installiert wird in der Sitzung mit /plugin. Der Befehl öffnet eine Übersicht zum Stöbern; mit Name und Marktplatz öffnet er die Detailansicht eines Plugins:

/plugin install commit-commands@claude-plugins-official

Die Detailansicht zeigt, was das Plugin mitbringt, bevor etwas installiert ist. Danach wählt man einen von drei Bereichen, ähnlich wie bei MCP-Servern (Doku zum Installieren (externe Seite, code.claude.com)). Das Plugin gilt dann für einen selbst in allen Projekten, für alle in diesem Repository oder nur für einen selbst in diesem Repository. Der Bereich für das Team schaltet das Plugin über die eingecheckte .claude/settings.json ein. Herunterladen muss es trotzdem jeder auf dem eigenen Rechner. Eine Cloud-Sitzung lädt die Plugins aus den lokalen Einstellungen nicht.

Was ein Plugin darf und kostet

Ein eingeschaltetes Plugin gehört zu jeder Sitzung, auch zu denen, in denen man es nie benutzt (Plugin-Übersicht (externe Seite, code.claude.com)). Das hat zwei Folgen.

Die erste betrifft den Kontext. Name und Beschreibung jedes Skills und jedes Subagents, den Claude selbst aufrufen kann, stehen in jeder Runde im Fenster. Diese Token zählen zum Verbrauch, auch wenn aus dem Plugin nichts läuft. Seine MCP-Server laufen neben jeder Sitzung mit, und seine Hooks feuern bei jedem passenden Ereignis. Was ein Posten im Fenster kostet, erklärt Kapitel 05.

Die zweite betrifft die Rechte. Ein Plugin kann beliebigen Code auf dem eigenen Rechner ausführen, mit den Rechten des Nutzers (Doku zur Sicherheit von Plugins (externe Seite, code.claude.com)). Der Name des Marktplatzes nennt nur den Herausgeber des Katalogs. Die einzelnen Plugins darin prüft man deshalb selbst, aus welchem Marktplatz sie auch kommen. Vor der Installation lohnt deshalb ein Blick in die Detailansicht und in die Dateien des Plugins. Worauf man dabei achtet, steht auf der dritten Ebene.

Wann sich was lohnt

Die Doku zur Übersicht der Erweiterungen ordnet jede Erweiterung einem Anlass zu. Für dieses Kapitel heißt das:

  • Daten aus einem Dienst landen immer wieder per Kopieren im Gespräch: einen MCP-Server einbinden, für sich allein im Bereich local.
  • Das ganze Team braucht denselben Dienst: den Server in die .mcp.json schreiben und einchecken.
  • Der Dienst ist schon in claude.ai verbunden: die Connectors nutzen, sofern man mit dem Abo angemeldet ist.
  • Ein zweites Repository braucht dieselbe Einrichtung: sie als Plugin verpacken.
  • Ein Team oder eine Organisation will ihre Plugins verteilen: einen eigenen Marktplatz anlegen und ihn über die Einstellungen vorgeben.

Jeder dieser Schritte bringt Werkzeuge ins Fenster und Code auf den Rechner, den man nicht selbst geschrieben hat. Server und Plugins, die man nicht mehr braucht, schaltet man deshalb ab. Die zweite Ebene zeigt die Befehle und die Grenzen für Beschreibungen und Ergebnisse. Sie erklärt den Bau eines eigenen Plugins und Marktplatzes und die Schalter, mit denen eine Organisation festlegt, was erlaubt ist.

Quellen

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