Claude CodeKapitel 07 von 31

Wofür man Claude Code einsetzt

Gleiches Kapitel, drei Tiefen. Die Wahl gilt überall und bleibt gespeichert.

Tiefe 1: Überblick · Lesezeit 8 Min. · Stand

Claude Code ist als Werkzeug zum Programmieren gebaut. Was Leute damit tatsächlich tun, hat Anthropic im Juni 2026 veröffentlicht (Studie zu Claude Code (externe Seite, anthropic.com)). Ausgewertet sind rund 400.000 Sitzungen von rund 235.000 Personen aus der Zeit von Oktober 2025 bis April 2026. Der Hersteller hat dabei sein eigenes Produkt ausgewertet. Welche Art von Arbeit eine Sitzung war, hat ein Modell aus dem Verlauf eingestuft. Die Anteile in diesem Kapitel sind also Einstufungen eines Modells, und wie verlässlich sie sind, steht auf der dritten Ebene.

Wofür sich ein Sprachmodell grundsätzlich eignet, ordnet Grundkurs, Kapitel 15. Dieses Kapitel fragt enger: Wofür setzen Leute den Agenten im eigenen Projekt ein, und wann passt ein anderes Produkt von Anthropic besser?

Neun Arten von Arbeit

Die Studie ordnet jede Sitzung genau einer von neun Arbeitsweisen zu, und zwar der, die am besten beschreibt, was die Sitzung erreichen will. Vier davon schreiben oder pflegen Code: Neues bauen, Kaputtes reparieren, testen und andere Agenten oder automatische Abläufe steuern. Dazu kommt der Betrieb von Software, also ausliefern, konfigurieren, Abläufe starten und Systeme überwachen. Zwei Arbeitsweisen klären, was zu tun ist: ein bestehendes System verstehen und eine Änderung planen. Bei den letzten beiden ist Code höchstens Mittel zum Zweck: Daten analysieren und Texte oder Präsentationen schreiben.

Gut die Hälfte der Sitzungen gilt dem Code selbst (Studie (externe Seite, anthropic.com)). Ein Viertel baut Neues, ein gutes Viertel repariert, 5 Prozent testen oder steuern andere Agenten. 17 Prozent betreiben Software, 14 Prozent planen oder erkunden, und 13 Prozent liefern eine Analyse oder einen Text. Die erste Abbildung der Studie nennt jede der neun Arbeitsweisen einzeln. Dort testen 2 Prozent der Sitzungen Code, 3 Prozent steuern Agenten und Abläufe. Je 7 Prozent verstehen ein System oder planen eine Änderung. 10 Prozent schreiben Dokumente und Präsentationen, 3 Prozent analysieren Daten.

Von 100 Sitzungen in Claude Code gelten 56 dem Code; von Oktober 2025 bis April 2026 sank der Anteil fürs Reparieren, Betrieb sowie Schreiben und Datenanalyse wuchsen. Oben stehen 100 Kästchen für 100 Sitzungen, über alle sieben Monate von Oktober 2025 bis April 2026 zusammen, in vier Gruppen. Hervorgehoben sind 56 Kästchen für die Arbeit am Code: 25 für Neues bauen, 26 für Reparieren und 5 für Testen und andere Agenten steuern. Daneben stehen 17 für Betrieb, 14 für Planen und Verstehen und 13 für Analyse oder Text, davon 10 Schreiben und 3 Daten analysieren. Unten steht, wie sich drei Anteile vom Oktober 2025 zum April 2026 verschoben haben. Reparieren fiel von 33 auf 19 Prozent der Sitzungen. Betrieb wuchs von 14 auf 21 Prozent. Schreiben und Datenanalyse wuchsen von etwa 10 auf etwa 20 Prozent. Im April lagen diese drei und Neues bauen bei je rund einem Fünftel. VON 100 SITZUNGEN, ALLE SIEBEN MONATE ZUSAMMEN Arbeit am Code 56 Neues bauen 25 Reparieren 26 Testen, Agenten steuern 5 Betrieb 17 Planen und Verstehen 14 Analyse oder Text 13 Schreiben 10 Daten analysieren 3 ANTEIL IM OKTOBER 2025 UND IM APRIL 2026 Reparieren 33 % 19 % Betrieb 14 % 21 % Schreiben und Datenanalyse etwa 10 % etwa 20 % Im April alle drei rund ein Fünftel, ebenso Neues bauen.
Gut die Hälfte der Sitzungen in Claude Code baut, repariert oder testet Code oder steuert andere Agenten. Betrieb, Planen und Verstehen, Texte und Analysen teilen sich den Rest. Von Oktober 2025 bis April 2026 wuchsen Betrieb sowie Schreiben und Datenanalyse, das Reparieren ging zurück.

eigene Darstellung nach Anthropic, Agentic coding and persistent returns to expertise (16.06.2026), Abbildungen 1 und 4; rund 400.000 interaktive Sitzungen von Oktober 2025 bis April 2026, eingestuft von einem Modell; Stand 12.10.2026

ArbeitsweiseAnteil der Sitzungen
Neues bauen25 Prozent
Reparieren26 Prozent
Agenten und Abläufe steuern3 Prozent
Testen2 Prozent
Betrieb17 Prozent
Ein System verstehen7 Prozent
Eine Änderung planen7 Prozent
Schreiben10 Prozent
Daten analysieren3 Prozent
ArbeitsweiseOktober 2025April 2026
Reparieren33 Prozent19 Prozent
Betrieb14 Prozent21 Prozent
Schreiben und Datenanalyseetwa 10 Prozentetwa 20 Prozent
Neues bauenetwa 27 Prozentetwa 21 Prozent

Die erste Tabelle zählt alle sieben Monate zusammen und folgt der ersten Abbildung. Der Text der Studie fasst Testen und Steuern zu 5 Prozent zusammen, Planen und Verstehen zu 14. Die Werte für Neues bauen in der zweiten Tabelle sind aus der vierten Abbildung abgelesen. Dort beginnt auch Reparieren bei etwa 32 Prozent, der Text der Studie nennt 33.

Was in sieben Monaten gewachsen ist

Im Erhebungszeitraum hat sich der Mix deutlich verschoben. Der Anteil der Sitzungen, die kaputten Code reparieren, fiel von 33 auf 19 Prozent. In der vierten Abbildung derselben Studie beginnt diese Linie bei etwa 32 Prozent. Auch der Anteil für Neues bauen sank dort, von etwa 27 auf 21 Prozent. Der Betrieb wuchs von 14 auf 21 Prozent. Schreiben und Datenanalyse verdoppelten sich ungefähr, von etwa 10 auf 20 Prozent.

Im April 2026 lagen damit vier Gruppen fast gleichauf, so zeigt es die vierte Abbildung der Studie: Neues bauen, Betrieb, Reparieren sowie Schreiben und Datenanalyse kamen auf je rund ein Fünftel der Sitzungen. Die Abbildung beschriftet die letzte Linie nur mit „communicate“, also Schreiben. Der Text derselben Seite zählt die Datenanalyse dazu. Leute setzen Claude Code also zunehmend für die Arbeit rund um den Code ein: ausliefern, betreiben, auswerten, aufschreiben.

Die Studie schätzt außerdem den Wert einer Sitzung, im Vergleich mit Aufträgen für Freiberufler. Danach stieg der Wert der durch­schnitt­li­chen Sitzung von Oktober bis April um 27 Prozent. Anthropic nennt die Schätzung selbst grob und benutzt sie vor allem, um Aufgaben über die Zeit miteinander zu vergleichen. Die Zusammenfassung am Anfang derselben Seite nennt etwa 25 Prozent. Warum die beiden Zahlen auseinandergehen, steht auf der dritten Ebene.

Wer das Was entscheidet und wer das Wie

Für jede Sitzung hat ein Modell die wichtigen Entscheidungen aufgelistet und zugeordnet. Zur Planung zählt die Studie, was zu tun ist, welcher Weg gewählt wird und wann die Sache fertig ist. Zur Ausführung zählt sie, welche Dateien sich ändern, welcher Code entsteht, in welcher Sprache und welche Befehle laufen. Im Mittel treffen die Menschen etwa 70 Prozent der Pla­nungs­ent­schei­dungen und nur 20 Prozent der Entscheidungen bei der Ausführung. Die Studie fasst das so zusammen: Die Leute entscheiden, was gebaut wird, und der Agent entscheidet, wie.

Eine typische Sitzung hat etwa vier Wechsel aus Anweisung und Antwort. Jede Anweisung löst im Mittel eine Kette von rund zehn Aktionen aus, etwa Dateien lesen, Code ändern und Befehle ausführen. Was sich überhaupt an ein Modell übergeben lässt und was die Prüfung danach kostet, erklärt KI als Mitarbeiter, Kapitel 01 für alle Werkzeuge.

Sachkenntnis zählt nach der Studie mehr als der Beruf

Aus jedem Verlauf schätzt ein Modell auch ein, wie sachkundig die Person bei genau dieser Aufgabe auftritt, auf einer Skala von Anfänger bis Experte. Achten soll es darauf, wie genau jemand anweist, was er prüfen lässt und wer wen korrigiert. Die Studie gibt dafür Beispiele. Ein erfahrener Entwickler mit seiner ersten Frage zu Rust ist bei Rust Anfänger. Eine Buchhalterin, die nie Python geschrieben hat, ist bei ihrer Aufgabe Expertin, wenn sie genau vorgibt, nach welchen Regeln ein Skript Konten abgleichen muss, und den Sonderfall beim Monatsabschluss bemerkt, den das Skript falsch behandelt.

Je größer die Sachkenntnis, desto öfter gelingt die Sitzung. Als belegten Erfolg zählt die Studie eine Sitzung, die ein Modell als gelungen einstuft. Dazu muss sie ein hartes Signal hinterlassen, etwa einen Commit oder bestandene Tests. Sitzungen von Anfängern erreichen das zu 15 Prozent, Sitzungen ab mittlerer Sachkenntnis zu 28 bis 33 Prozent. Der größte Schritt liegt zwischen Anfänger und Mittelstufe. Wer seine Sache ordentlich beherrscht, holt also den größten Teil heraus.

Der Beruf macht dagegen wenig aus. In Sitzungen, die Code schreiben, liegt jede der zehn größten Berufsgruppen beim Erfolg höchstens sieben Prozentpunkte neben den Soft­ware­ent­wick­lern. Die Studie folgert vorsichtig, dass jemand mit Sachkenntnis in seinem Fach damit technische Arbeit erledigen kann, die vorher außer Reichweite lag. Anthropic nennt die Befunde selbst vorläufig.

Wann Cowork die bessere Wahl ist

Anthropic teilt die Arbeit auf zwei Produkte auf. Claude Code ist laut Produktseite für die Soft­ware­ent­wick­lung gebaut, Cowork für Wissensarbeit außerhalb des Programmierens (Produktseite zu Cowork (externe Seite, claude.com)). Seit dem 16.09.2026 legt Anthropic Cowork und den Chat schrittweise zu einem Claude zusammen (Ankündigung (externe Seite, claude.com)). Wo die Umstellung angekommen ist, zuerst in Pro und Max, steht das, was Cowork kann, in jedem Gespräch bereit. Wo dieses Kapitel von Cowork spricht, ist dort diese Arbeit in Claude gemeint. Was die Umstellung für die Oberflächen heißt, steht in Kapitel 01.

Im Alltag überlappen sich die beiden. Claude Code arbeitet in jedem Ordner, auch in einer Notizsammlung oder einem Ordner mit Dokumentation. Dort durchsucht, bearbeitet und ordnet es Texte so, wie es sonst Code bearbeitet (Doku zu Arbeitsabläufen (externe Seite, code.claude.com)). Cowork stellt fertige Office-Dateien her: Tabellen in Excel mit funktionierenden Formeln, Präsentationen in PowerPoint und formatierte Dokumente (Cowork-Doku (externe Seite, claude.com)).

Wie selbstständig Claude auf welcher Oberfläche arbeitet, lässt der Wirtschaftsindex vom Juni 2026 von einem Modell einstufen, auf einer Skala von 1 bis 5 (Bericht Juni 2026 (externe Seite, anthropic.com)). Bei 26 von 31 Arten von Ergebnissen arbeitet Claude in Claude Code selbstständiger als im Chat oder in Cowork.

Die größte Ausnahme nennt der Bericht in einer Fußnote: Daten und Tabellen. Dort arbeitet Claude in Chat und Cowork selbstständiger, mit 3,09 gegen 2,74 Punkten. Den Abstand erklärt der Bericht größtenteils mit den Aufgaben selbst. In Chat und Cowork geht es bei Tabellen meist um Finanzmodelle und Dashboards, deren Aufbau Claude entwirft. In Claude Code geht es meist darum, Daten nach genauer Vorgabe herauszuziehen und zu etikettieren.

Die Belege legen eine Faustregel nahe. Soll am Ende eine Office-Datei stehen, oder soll Claude den Aufbau einer Tabelle selbst entwerfen, passt Cowork. Claude Code passt, wenn die Dateien als Text in einem Ordner liegen. Dasselbe gilt, wenn das Ergebnis versioniert und wiederholbar sein soll oder die Arbeit die Programme des eigenen Rechners braucht. Woran sich die Grenze im Einzelnen festmachen lässt, zeigt die zweite Ebene.

Die Fälle im Abschnitt Anwendungsfälle

Dieses Kapitel eröffnet den Abschnitt Anwendungsfälle der Rubrik. Die folgenden Kapitel nehmen sich je einen Einsatz vor, mit Aufgabe, Vorgehen, Ergebnis und Grenzen. Kapitel 08 führt ein Programm vom Prototyp über das MVP bis zum Produkt im Betrieb. Vier weitere Kapitel folgen:

  • wie man sich in fremden Code einarbeitet (Kapitel 09),
  • wie Claude Code Texte und Dateien in Ordnern bearbeitet (Kapitel 10),
  • wie aus Rohquellen eine Wissensbasis wird (Kapitel 11),
  • wie es Rechner und Netz pflegt (Kapitel 12).

Am Ende des Abschnitts zeigt Kapitel 13, wie aus einer Tabelle eine nachprüfbare Auswertung wird.

Quellen

9 Einträgealle erreichbar

Erreichbarkeit automatisch geprüft

  • Datenerreichbar

    Agentic coding and persistent returns to expertise (externe Seite, anthropic.com)

    anthropic.comgeprüft 25.10.2026

    Studie von Anthropic vom 16.06.2026 über rund 400.000 Sitzungen in Claude Code von rund 235.000 Personen, Oktober 2025 bis April 2026. Sie ordnet die Sitzungen nach Aufgabenart, Arbeitsteilung und Erfolg. Ausgewertet hat der Hersteller sein eigenes Produkt, eingestuft hat ein Modell.

  • Datenerreichbar

    Anthropic Economic Index report: Cadences (externe Seite, anthropic.com)

    anthropic.comgeprüft 25.10.2026

    Bericht des Anthropic Economic Index vom 26.06.2026, Daten vom 10.04. bis 10.06.2026. Er stuft ein, wie selbstständig das Modell in einem Gespräch arbeitet, auf einer Skala von 1 bis 5, und vergleicht dieselben Aufgaben im Chat und in Claude Code. Eingestuft hat ein Modell des Herstellers; die Angaben zum Lernen sind Selbsteinschätzungen.

  • Dokumentationerreichbar

    Anthropic, Claude Cowork (externe Seite, claude.com)

    claude.comgeprüft 25.10.2026

    Anthropics Produktseite zu Cowork, dem Agenten für Wissensarbeit außerhalb der Programmierung. Die Fragen und Antworten grenzen Cowork von Chat und von Claude Code ab; der Satz, Cowork laufe auf dem Desktop und im Web und mobil als Beta, ist älter als die Umstellung auf die Cloud vom 06.10.2026.

  • Dokumentationerreichbar

    Anthropic, Claude Cowork overview (externe Seite, claude.com)

    claude.comgeprüft 25.10.2026

    Die Übersichtsseite der Cowork-Dokumentation: Cowork benutzt dieselbe agentische Architektur wie Claude Code, in der Desktop-App und ohne Terminal. Die Seite beschreibt noch die Arbeit direkt auf dem eigenen Rechner und ist damit älter als die Umstellung auf die Cloud vom 06.10.2026.

  • Dokumentationerreichbar

    Anthropic, Common workflows (externe Seite, code.claude.com)

    code.claude.comgeprüft 25.10.2026

    Die Herstellerdokumentation mit Rezepten für den Alltag mit Claude Code: Prompts zum Erkunden von Code, Beheben von Fehlern, Umbauen, Testen und Erstellen von Pull Requests, dazu das Fortsetzen früherer Sitzungen, parallele Sitzungen in Worktrees, Planen vor dem Bearbeiten, Recherche über Subagenten und Claude in Skripten.

  • Ankündigung des Herstellerserreichbar

    Cowork is now Claude (externe Seite, claude.com)

    claude.comgeprüft 25.10.2026

    Anthropics eigener Blogbeitrag kündigt die Zusammenlegung von Chat und Cowork sowie die neuen Funktionen Docs und Slides an.

  • Originalarbeiterreichbar

    How AI is transforming work at Anthropic (externe Seite, anthropic.com)

    anthropic.comgeprüft 25.10.2026

    Anthropic befragt im August 2025 die eigene Belegschaft, 132 Leute aus Entwicklung und Forschung, führt 53 Interviews und wertet die interne Nutzung von Claude Code aus; veröffentlicht am 02.12.2025. Die Seite nennt die Gründe, aus denen Aufgaben abgegeben werden oder nicht. Ein Hersteller fragt hier nach dem eigenen Produkt, die Angaben sind selbst berichtet, und die Auswahlverzerrung nennt der Text selbst.

  • Dokumentationerreichbar

    Anthropic, Use Claude Code Desktop (externe Seite, code.claude.com)

    code.claude.comgeprüft 25.10.2026

    Die Referenz zum Reiter Code der Desktop-App: lokale, Cloud-, SSH- und WSL-Sitzungen, der Vergleich mit der Kommandozeile und die Funktionen, die nur dort laufen. Desktop und Kommandozeile teilen Einstellungen und CLAUDE.md, die Desktop-App arbeitet nur interaktiv.

  • Dokumentationerreichbar

    Use Claude Cowork on web, desktop, and mobile (externe Seite, support.claude.com)

    support.claude.comgeprüft 25.10.2026

    Hilfeartikel von Anthropic: nennt die Umstellung neuer Cowork-Aufgaben auf die Cloud am 6. Oktober 2026 und das Entfallen der Option für den eigenen Rechner.

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