Claude CodeKapitel 22 von 31

Teams und Workflows

Gleiches Kapitel, drei Tiefen. Die Wahl gilt überall und bleibt gespeichert.

Tiefe 1: Überblick · Lesezeit 8 Min. · Stand

Ein Subagent erledigt eine Nebenaufgabe in einem eigenen Kontext und gibt eine Zusammenfassung zurück, das erklärt Kapitel 20. Wie mehrere Sitzungen nebeneinander laufen, jede in ihrem eigenen Worktree, zeigt Kapitel 21. Dieses Kapitel geht einen Schritt weiter: Hier führt Claude Code selbst eine ganze Gruppe von Agenten, verteilt die Arbeit und setzt die Ergebnisse zusammen. Dafür gibt es drei Formen, die Agent Teams, die Workflows und die Projects.

Die Übersicht des Herstellers (externe Seite, code.claude.com) ordnet alle Wege zum parallelen Arbeiten nach zwei Fragen. Wie viel steuert man selbst noch, und läuft die Arbeit auf dem eigenen Rechner oder in der Cloud? Bei allen drei Formen dieses Kapitels koordiniert Claude. Sie unterscheiden sich darin, wo der Plan liegt und wer den Überblick behält.

Drei Formen und wer den Überblick behält

Die Doku zu den Workflows (externe Seite, code.claude.com) fasst den Unterschied in einen Satz: Es kommt darauf an, wer den Plan hält.

  • Im Agent Team hält ihn eine Sitzung, der Lead. Sie verteilt Aufgaben an weitere Sitzungen, die Teammates, und entscheidet Zug um Zug, was als Nächstes geschieht.
  • Im Workflow steht der Plan in einem Skript. Claude schreibt es, eine Laufzeitumgebung führt es im Hintergrund aus und startet dabei viele Subagents, je nach Aufgabe bis zu Hunderte.
  • Im Project plant ein Projektgespräch in der Cloud. Es startet für jede Aufgabe einen Thread, also eine eigene Sitzung, und bekommt von jedem Thread eine Rückmeldung.
Agent Team, Workflow und Project: wer jeweils den Plan hält und mit welchen Agenten er arbeitet. Drei Spalten nebeneinander, jede mit dem Planhalter oben und den Agenten darunter. Im Agent Team hält eine Sitzung als Lead den Plan, verteilt Aufgaben an drei Teammates und führt die Ergebnisse zusammen; die Teammates schreiben einander auch direkt. Im Workflow steht der Plan in einem Skript in JavaScript. Claude schreibt es aus der Sitzung heraus, das Skript startet viele Subagents, behält die Zwischenstände und gibt der Sitzung nur die fertige Antwort zurück. Im Project plant ein Projektgespräch in der Cloud. Es startet für jede Aufgabe einen Thread mit eigenem Branch und sieht von jedem Thread nur die Rückmeldung. Hervorgehoben ist in jeder Spalte, wer den Plan hält. AGENT TEAM Lead eine Sitzung Teammate Teammate Teammate Lead verteilt und führt zusammen, Teammates schreiben einander WORKFLOW Sitzung Skript JavaScript viele Subagents Skript behält Zwischenstände, Sitzung bekommt die fertige Antwort PROJECT Projektgespräch in der Cloud Thread Branch Thread Branch Thread Branch ein Thread je Aufgabe, Gespräch sieht nur Rückmeldungen Akzent: wer den Plan hält. Gestrichelt: Rückmeldung an das Projektgespräch.
Drei Formen mit vielen Agenten. Im Agent Team hält der Lead den Überblick, im Workflow das Skript, im Project das Projektgespräch, das von jedem Thread nur die Rückmeldung sieht.

eigene Darstellung nach der Herstellerdokumentation, Stand 12.10.2026

Die Unterscheidung kennt der Grundkurs. In Agenten und Harness, Kapitel 01 trennt Anthropic Abläufe, deren Reihenfolge im Code steht, von Agenten, die ihren nächsten Schritt selbst wählen. Ein Workflow in Claude Code ist in diesem Sinn ein Ablauf, dessen Code Claude selbst schreibt, mit Agenten in den einzelnen Schritten. Lead und Projektgespräch entscheiden als Agenten über die Arbeit anderer Agenten.

Agent Teams mit Lead und Teammates

Ein Agent Team besteht aus einer Sitzung, die als Lead die Arbeit koordiniert, Aufgaben verteilt und die Ergebnisse zusammenführt (Doku zu Agent Teams (externe Seite, code.claude.com)). Die Teammates arbeiten unabhängig, jedes in seinem eigenen Kontextfenster, und schreiben einander direkt. Ein Subagent berichtet dagegen an die Sitzung, die ihn gestartet hat. Man kann auch selbst jedem Teammate schreiben, ohne den Umweg über den Lead.

Agent Teams kamen mit Version 2.1.32 vom 05.02.2026 als Research Preview (Versionsliste (externe Seite, code.claude.com)). Am 12.10.2026 sind sie weiter experimentell und in der Voreinstellung abgeschaltet. Eingeschaltet werden sie mit der Umgebungsvariable CLAUDE_CODE_EXPERIMENTAL_AGENT_TEAMS=1. Danach genügt eine Bitte in Alltagssprache, etwa nach drei Teammates, von denen eines die Bedienung prüft, eines die Architektur und eines Gegenargumente sucht.

Für den Anfang empfiehlt die Doku drei bis fünf Teammates. Dazu kommt eine Bedingung: Ändern zwei Teammates dieselbe Datei, überschreibt das eine die Arbeit des anderen. Die Arbeit wird deshalb so geteilt, dass jedes Teammate eigene Dateien bekommt. Eigene Worktrees wie bei parallelen Sitzungen bekommen Teammates keine.

Workflows mit einem Skript als Plan

Ein Workflow verlegt den Plan in Code. Seit Version 2.1.154 vom 28.05.2026 schreibt Claude auf Wunsch ein Skript in JavaScript, das viele Subagents startet, ihre Ergebnisse sammelt und weiterreicht (Versionsliste (externe Seite, code.claude.com)). Schleife, Verzweigungen und Zwi­schen­er­geb­nisse hält das Skript selbst, im Kontext von Claude landet nur die fertige Antwort. Der Lauf geht im Hintergrund, die Sitzung bleibt währenddessen frei.

Gedacht ist das für Aufgaben, die mehr Agenten brauchen, als ein Gespräch koordinieren kann. Der zweite Anlass ist ein Ablauf, den man als Skript lesen und wiederholen will. Als Beispiele nennt die Doku eine Fehlersuche über die ganze Codebasis, die Migration von 500 Dateien und eine Recherche, deren Quellen gegeneinander geprüft werden. Weil der Plan im Code steht, kann ein Workflow unabhängige Agenten die Befunde der anderen prüfen lassen, bevor etwas gemeldet wird.

Den Überblick gibt /workflows. Der Befehl listet laufende und fertige Läufe, zeigt jede Phase mit der Zahl ihrer Agenten und lässt bis zu einem einzelnen Agenten hinunterschauen. Ein Workflow ist schon eingebaut: /deep-research recherchiert eine Frage über viele Quellen und liefert einen Bericht mit Belegen. Einen eigenen Lauf speichert man in der Ansicht mit s als Befehl.

Anstoßen lässt sich ein Workflow auf drei Wegen:

  • mit einer Bitte in eigenen Worten,
  • mit dem Wort ultracode im Prompt,
  • mit der Einstellung Ultracode.

Mit der Einstellung plant Claude für jede größere Aufgabe von selbst einen Workflow.

Wann sich diese Einstellung lohnt, steht auf der zweiten Ebene.

Projects mit einem Koordinator in der Cloud

Projects sind die jüngste der drei Formen. Anthropic hat sie am 17.09.2026 angekündigt (externe Seite, claude.com), am 12.10.2026 sind sie eine öffentliche Beta für die Abos Pro und Max, die schrittweise freigeschaltet wird. Ein Project ist ein langes Gespräch, in dem Claude als Koordinator arbeitet (Doku zu Projects (externe Seite, code.claude.com)). Für jede Aufgabe startet es einen Thread. Jeder Thread ist eine eigene Sitzung mit eigenem Kontextfenster, die ein Stück Arbeit erledigt und danach an das Gespräch berichtet.

Ein Thread läuft in der Regel als Cloud-Sitzung. Er arbeitet auf einem eigenen Branch und öffnet einen Pull Request, wenn die Arbeit danach verlangt. Braucht eine Aufgabe etwas, das nur der eigene Rechner hat, läuft ihr Thread auf Wunsch dort, verbunden über Remote Control. Arbeiten zwei Threads am selben Code, entsteht daraus ein Merge-Konflikt wie bei jedem anderen Pull Request. Der Koordinator sieht nur, was die Threads zurückmelden. Projects gibt es im Browser unter claude.ai/code, in der Desktop-App und in der Claude-App auf dem Telefon. In der Kommandozeile gibt es sie nicht.

Ein Project lohnt sich nach der Doku, wenn die Arbeit ein Ziel hat, das länger dauert als eine Sitzung und immer neue Aufgaben hervorbringt. Die Threads in der Cloud arbeiten weiter, während der eigene Rechner zugeklappt ist, und lassen sich vom Telefon aus verfolgen.

Wann sich mehr Agenten lohnen

Alle drei Formen verbrauchen mehr als eine einzelne Sitzung, weil jeder Agent sein eigenes Kontextfenster füllt. Ein Agent Team kostet Abstimmung und deutlich mehr Token als eine einzelne Sitzung. Ein Workflow-Lauf kann spürbar mehr Token verbrauchen als dieselbe Aufgabe im Gespräch. Ein Project zehrt vom selben Kontingent wie die übrigen Sitzungen und verbraucht es schneller.

Für Recherche, Review und neue Funktionen hält die Doku zu Agent Teams die zusätzlichen Token meist für gerechtfertigt. Für Routinearbeit rät sie zu einer einzelnen Sitzung. Am besten wirkt ein Team, wenn die Teammates unabhängig voneinander arbeiten können.

Vor dem Start helfen drei Fragen:

  • Zerfällt die Arbeit in Teile, die nicht aufeinander warten? Wenn ja, lohnt sich ein Team oder ein Workflow. Hängt jeder Schritt am vorigen, genügt eine Sitzung oder ein Subagent.
  • Wie lange lebt das Ziel? Eine Aufgabe für heute passt zu Team oder Workflow. Ein Ziel über Tage mit immer neuen Aufgaben passt zu einem Project.
  • Soll der Ablauf wiederholbar sein? Dann ein Workflow, weil sich sein Skript speichern und erneut starten lässt.

Wer unsicher ist, was ein großer Lauf kostet, probiert ihn zuerst an einem kleinen Ausschnitt aus, etwa an einem Verzeichnis statt am ganzen Repository.

Quellen

10 Einträgealle erreichbar

Erreichbarkeit automatisch geprüft

  • Dokumentationerreichbar

    Anthropic, Run agents in parallel (externe Seite, code.claude.com)

    code.claude.comgeprüft 25.10.2026

    Die Übersicht des Herstellers über die fünf Wege, in Claude Code mehrere Aufgaben gleichzeitig zu bearbeiten: Subagents, Agent View, Agent Teams, Dynamic Workflows und Projects. Sie ordnet sie danach, wer die Arbeit koordiniert, ob die Beteiligten miteinander sprechen und ob sie dieselben Dateien ändern, und nennt Worktrees, Nachrichten zwischen Sitzungen und den Skill /batch als Hilfsmittel.

  • Dokumentationerreichbar

    Anthropic, Orchestrate subagents at scale with dynamic workflows (externe Seite, code.claude.com)

    code.claude.comgeprüft 25.10.2026

    Die Herstellerdokumentation zu den Dynamic Workflows in Claude Code: ein Skript in JavaScript, das Claude schreibt und eine Laufzeitumgebung im Hintergrund ausführt, mit vielen Subagents. Sie vergleicht Workflows mit Subagents, Skills und Agent Teams danach, wer den Plan hält, und beschreibt das Auslösewort ultracode, die Einstellung Ultracode, die Größenvorgabe, die Warnung bei großen Läufen, die Grenzen der Laufzeitumgebung und das Fortsetzen nach einem Abbruch.

  • Dokumentationerreichbar

    Anthropic, Orchestrate teams of Claude Code sessions (externe Seite, code.claude.com)

    code.claude.comgeprüft 25.10.2026

    Die Herstellerdokumentation zu mehreren Agenten, die als Team zusammenarbeiten. Anders als bei getrennten Worktrees bekommt hier jeder Beteiligte kein eigenes Verzeichnis, weshalb die Seite die Bedingung ausspricht, unter der geteiltes Arbeiten aufgeht: Die Arbeit wird so aufgeteilt, dass jeder andere Dateien besitzt. Sie nennt daneben eine Größenordnung, drei bis fünf Beteiligte, und den Grund dafür, dass die Kosten mit jedem weiteren linear steigen und der Abstimmungsaufwand mit.

  • Dokumentationerreichbar

    Anthropic, Let Claude coordinate ongoing work with Projects (externe Seite, code.claude.com)

    code.claude.comgeprüft 25.10.2026

    Die Herstellerdokumentation zu den Projekten in Claude Code, als Beta seit September 2026. Sie beschreibt das Projektgespräch als Koordinator und die Threads als eigene Sitzungen mit eigenem Kontextfenster, nennt die Orte, an denen es Projekte gibt (Browser, Desktop-App und Claude-App auf dem Mobiltelefon, die Kommandozeile gehört nicht dazu), und den Weg, über Remote Control einen Thread auf dem eigenen Rechner laufen zu lassen. Dazu die Grenzen: Anweisungen an den Koordinator sind keine feste Obergrenze, nicht committete Änderungen können beim Neustart einer Sandbox verloren gehen, und ein Projekt verbraucht das Kontingent schneller.

  • Ankündigung des Herstellerserreichbar

    Projects redesigned: from folder to conversation (externe Seite, claude.com)

    claude.comgeprüft 25.10.2026

    Offizielle Ankündigung von Anthropic mit der Beschreibung der Koordinator- und Thread-Funktion und dem Beta-Zugang. Sie nennt jeden Thread eine Cloud-Sitzung auf eigenem Branch und kündigt die Ausführung auf dem eigenen Rechner für bald an.

  • Dokumentationerreichbar

    Anthropic, Claude Code changelog (externe Seite, code.claude.com)

    code.claude.comgeprüft 25.10.2026

    Die Versionsliste von Claude Code mit Neuerungen, Verbesserungen und Fehlerbehebungen je Fassung, erzeugt aus der Datei CHANGELOG.md im GitHub-Repository. Jede Fassung steht mit ihrem Erscheinungsdatum da, am 09.10.2026 zuoberst 2.1.296 vom selben Tag.

  • Dokumentationerreichbar

    Anthropic, Manage costs effectively (externe Seite, code.claude.com)

    code.claude.comgeprüft 25.10.2026

    Die Herstellerdokumentation zu Kosten in Claude Code: Verbrauch verfolgen, Ausgabegrenzen für Teams setzen und Token sparen. In Unternehmen liegen die Kosten laut Anthropic im Mittel bei rund 13 Dollar je Entwickler und aktivem Tag und bei 150 bis 250 Dollar im Monat, für 90 Prozent der Nutzer unter 30 Dollar je aktivem Tag.

  • Dokumentationerreichbar

    Anthropic, Model configuration (externe Seite, code.claude.com)

    code.claude.comgeprüft 25.10.2026

    Die Herstellerdokumentation zur Modellwahl in Claude Code: Aliase und ihre Fassungen je Zugang, die Rangfolge der Einstellungen, opusplan, die Effort-Stufen und ihre Reihenfolge, Ausweichmodelle bei Überlast und bei Sicherheitsfiltern, das Fenster von einer Million Token und die Schwelle, an der automatisch verdichtet wird. Ohne eigene Einstellung verdichten Modelle mit einem Fenster von einer Million Token bei rund 967.000 Token, ältere Modelle ohne erweitertes Fenster an der Grenze von 200.000. Selbst setzen lässt sich die Schwelle mit /autocompact, zwischen 100.000 Token und einer Million. Stand 11.10.2026.

  • Dokumentationerreichbar

    Anthropic, Create custom subagents (externe Seite, code.claude.com)

    code.claude.comgeprüft 25.10.2026

    Die Herstellerdokumentation zu Subagenten. Sie beantwortet die Frage, wozu man sie nimmt, über den Kontext statt über die Arbeitsteilung: Eine Nebenaufgabe, deren Suchtreffer, Protokolle und Dateiinhalte niemand wieder braucht, läuft in einem eigenen Fenster und gibt nur die Zusammenfassung zurück. Dazu die Kanten, die man beim Bauen trifft: eigene Tool-Liste und eigene Berechtigungen, eine Anlaufzeit, weil ein Subagent bei null anfängt, und die Beobachtung, dass viele ausführliche Rückgaben denselben Platz kosten, den man sparen wollte.

  • Originalarbeiterreichbar

    Multi-Agent Vibe Code Bench (Vals AI) (externe Seite, vals.ai)

    vals.aigeprüft 25.10.2026

    Eigene Messung von Vals AI: Einzelagenten gegen Agententeams bei GPT 6 Sol und Claude Opus 5.5 auf 50 Apps, mit Kosten- und Score-Vergleich.

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