Claude CodeKapitel 06 von 31

Modelle und Aufwand

Gleiches Kapitel, drei Tiefen. Die Wahl gilt überall und bleibt gespeichert.

Tiefe 1: Überblick · Lesezeit 8 Min. · Stand

Claude Code ist ein Programm, das Anfragen an ein Sprachmodell schickt. Welches Modell sie beantwortet und wie viel Aufwand es dabei treibt, lässt sich einstellen. Drei Stellschrauben gibt es: das Modell, den Effort, also wie gründlich das Modell nachdenkt, und den Fast Mode, der dasselbe Modell schneller rechnen lässt. Jede verändert Qualität, Tempo und Verbrauch in eine andere Richtung. Dazu kommt die Frage, über welchen Weg man bezahlt: mit einem Abo, je Token über die Schnittstelle oder über einen Cloudanbieter.

Wie Modelle sich allgemein unterscheiden und warum es die Wahl überhaupt gibt, erklärt Grundkurs, Kapitel 10. Dieses Kapitel zeigt, wie Claude Code die Wahl umsetzt.

Welches Modell antwortet

Claude Code kennt Kurznamen für die Modellfamilien, die Doku zur Modellwahl (externe Seite, code.claude.com) nennt sie Aliase: opus für schwierige Abwägungen, sonnet für die tägliche Programmierarbeit, haiku für einfache Aufgaben und fable für die schwierigsten und längsten Aufgaben. Ein Alias zeigt auf die Fassung, die der Hersteller für den jeweiligen Zugang empfiehlt, und wandert mit, wenn eine neue erscheint. Wer eine bestimmte Fassung festhalten will, schreibt den vollen Namen, etwa claude-opus-5-5.

Gewechselt wird mit /model. Ohne Zusatz öffnet der Befehl eine Auswahl, mit einem Namen dahinter wechselt er sofort. Die Wahl gilt dann auch für künftige Sitzungen. Wer nur die laufende Sitzung umstellen will, drückt in der Auswahl s statt der Eingabetaste.

Ohne eigene Wahl beginnt eine Sitzung auf dem Standardmodell des Kontos. Am 11.10.2026 ist das auf allen Abos und über die Schnittstelle Opus 5.5. Pro und Team Standard liefen bis Version 2.1.280 vom 22.09.2026 auf Sonnet und wurden dort auf Opus umgestellt (Versionsliste (externe Seite, code.claude.com)). Ein Fable-Modell ist nirgends Standard, man muss es ausdrücklich wählen. Je nach Abo kann es dann über zusätzlich gekauftes Guthaben statt über das Kontingent laufen; die Auswahl zeigt das in der Zeile des Modells an.

Für die Kosten gibt die Kostenseite (externe Seite, code.claude.com) eine Faustregel: Sonnet bewältigt die meisten Pro­gram­mier­auf­gaben gut und kostet weniger als Opus. Opus bleibt für Archi­tek­tur­ent­schei­dungen und mehrstufiges Abwägen. Die Preisliste (externe Seite, platform.claude.com) nennt am 11.10.2026 je Million Token 4 Dollar Eingabe und 20 Dollar Ausgabe für Opus 5.5, 2 und 10 Dollar für Sonnet 5.5 und 10 Cent und 50 Cent für Haiku 5.5, solange der Prompt höchstens 100.000 Token lang ist.

Wie gründlich Claude nachdenkt

Ob und wie viel ein aktuelles Modell vor einem Schritt nachdenkt, entscheidet es jedes Mal selbst. Den Rahmen dafür setzt der Effort. Die Stufen heißen low, medium, high, xhigh und max. Niedrig ist schneller und billiger für einfache Aufgaben, hoch denkt tiefer bei schwierigen (Doku zur Modellwahl (externe Seite, code.claude.com)). Jede Stufe tauscht also Token gegen Fähigkeit.

Opus 5.5, Sonnet 5.5 und Haiku 5.5 beginnen auf medium, Opus 4.7 auf xhigh, die übrigen Modelle, die den Effort kennen, auf high. Für die Grenzfälle nennt die Doku Beispiele: low für schnelle Wechsel, bei denen man jedes Ergebnis selbst ansieht, etwa eine Umbenennung, high für Arbeit, bei der das Prüfen zählt, etwa die Behebung eines Fehlers in bestehendem Code, max für schwierige Probleme, an denen Claude ohne Begleitung arbeiten soll. Bei max warnt sie vor abnehmendem Ertrag und vor zu langem Nachdenken und rät, die Stufe zu erproben, bevor man sie breit einsetzt.

Eingestellt wird mit /effort, ohne Zusatz als Schieberegler, oder in der Modellauswahl mit den Pfeiltasten. Für eine einzelne schwierige Frage genügt das Wort ultrathink irgendwo im Prompt. Die Einstellung der Sitzung bleibt dabei, wie sie ist.

Die Stufen sind je Modell geeicht. high bei Opus 5.5 steht also für einen anderen Wert als high bei Sonnet 5.5. Wer das Modell wechselt, prüft deshalb den Effort mit.

Schneller gegen Aufpreis

Der dritte Regler, der Fast Mode, lässt dasselbe Opus mit einer anderen Einstellung der Schnittstelle laufen, die Tempo vor Kosten stellt (Doku zum Fast Mode (externe Seite, code.claude.com)). Die Antworten kommen bis zu zweieinhalbmal so schnell, und jedes Token kostet mehr. Bei Opus 5.5 sind es 8 Dollar Eingabe und 40 Dollar Ausgabe je Million Token, das Doppelte des normalen Satzes (Preisliste (externe Seite, platform.claude.com), Stand 11.10.2026).

Eingeschaltet wird er mit /fast. Ein kleines Blitzzeichen neben der Eingabe zeigt, dass er läuft. Er lohnt sich, wo jede Wartezeit stört, beim schnellen Ausprobieren und bei der Fehlersuche im Gespräch. Für lange Läufe ohne Zuschauer und für Pipelines rät die Doku zum normalen Tempo.

Wer ein Abo hat, bezahlt den Fast Mode immer aus zusätzlich gekauftem Guthaben, auch wenn vom Kontingent noch etwas übrig ist. Und er kostet beim ersten Einschalten einmal den ganzen bisherigen Verlauf zum vollen Satz. Warum, steht auf der zweiten Ebene; der Rat daraus lautet, ihn am Anfang einer Sitzung einzuschalten.

Drei Regler in Claude Code: Modell, Effort und Fast Mode, jeder mit dem, was er verändert. Drei senkrechte Schieberegler nebeneinander, wie an einem Mischpult. Links das Modell mit den Stufen haiku, sonnet, opus und fable: Es bestimmt, wer antwortet und was ein Token kostet. In der Mitte der Effort von low bis max: Er bestimmt, wie viele Token das Modell beim Nachdenken erzeugt. Rechts der Fast Mode als Schalter mit aus und an: dasselbe Modell, schneller, zum doppelten Satz. Hervorgehoben ist die Stellung, mit der eine neue Sitzung am 11.10.2026 ohne eigene Wahl beginnt: opus, medium, aus. Die Abstände sind schematisch. MODELL /model fable opus sonnet haiku wer antwortet und was ein Token kostet EFFORT /effort max xhigh high medium low wie viele Token das Modell beim Nachdenken erzeugt FAST MODE /fast aus an dasselbe Modell, schneller zum doppelten Satz Akzent: Start einer neuen Sitzung, Stand 11.10.2026. Abstände schematisch.
Drei Regler, drei verschiedene Wirkungen. Das Modell bestimmt, wer antwortet und was ein Token kostet, der Effort, wie viel es nachdenkt, der Fast Mode, wie schnell es rechnet.

eigene Darstellung nach der Herstellerdokumentation und der Preisliste, Stand 11.10.2026

Wer bezahlt

Claude Code braucht ein Konto, über das die Anfragen abgerechnet werden. Die Doku zur Anmeldung (externe Seite, code.claude.com) nennt fünf Wege:

ZugangWas dabei gilt
Abo Pro oder MaxKontingent des Abos, darüber zusätzliches Guthaben
Team oder EnterpriseAbo der Organisation, Plätze verwaltet ein Admin
Claude Consoleje Token über die Schnittstelle
Cloudanbieter (Bedrock, Agent Platform, Foundry)über das Konto beim Anbieter
eigenes Gateway der OrganisationAnmeldung mit dem Firmenkonto über /login

Mit einem Abo geht das seit Mai 2025: Max ab Version 0.2.96 vom 01.05.2025, Pro ab 1.0.11 vom 04.06.2025 (Versionsliste (externe Seite, code.claude.com)). Seither zählt die Nutzung gegen das Kontingent des Abos statt je Token.

Für jeden dieser Wege gilt dieselbe Rechnung: Was Claude verarbeitet, kostet Token, und je größer der Kontext, desto mehr. Wie man den Verbrauch einer Sitzung abliest und schlank hält, steht in Kapitel 05. Die drei Regler dieses Kapitels setzen davor an. Sie bestimmen, was jedes einzelne dieser Token kostet und wie viele das Modell beim Nachdenken selbst erzeugt.

Quellen

8 Einträgealle erreichbar

Erreichbarkeit automatisch geprüft

  • Dokumentationerreichbar

    Anthropic, Model configuration (externe Seite, code.claude.com)

    code.claude.comgeprüft 25.10.2026

    Die Herstellerdokumentation zur Modellwahl in Claude Code: Aliase und ihre Fassungen je Zugang, die Rangfolge der Einstellungen, opusplan, die Effort-Stufen und ihre Reihenfolge, Ausweichmodelle bei Überlast und bei Sicherheitsfiltern, das Fenster von einer Million Token und die Schwelle, an der automatisch verdichtet wird. Ohne eigene Einstellung verdichten Modelle mit einem Fenster von einer Million Token bei rund 967.000 Token, ältere Modelle ohne erweitertes Fenster an der Grenze von 200.000. Selbst setzen lässt sich die Schwelle mit /autocompact, zwischen 100.000 Token und einer Million. Stand 11.10.2026.

  • Dokumentationerreichbar

    Anthropic, Manage costs effectively (externe Seite, code.claude.com)

    code.claude.comgeprüft 25.10.2026

    Die Herstellerdokumentation zu Kosten in Claude Code: Verbrauch verfolgen, Ausgabegrenzen für Teams setzen und Token sparen. In Unternehmen liegen die Kosten laut Anthropic im Mittel bei rund 13 Dollar je Entwickler und aktivem Tag und bei 150 bis 250 Dollar im Monat, für 90 Prozent der Nutzer unter 30 Dollar je aktivem Tag.

  • Dokumentationerreichbar

    Anthropic, Speed up responses with fast mode (externe Seite, code.claude.com)

    code.claude.comgeprüft 25.10.2026

    Die Herstellerdokumentation zum Fast Mode in Claude Code, einer Vorschau. Opus antwortet darin bis zu zweieinhalbmal so schnell, mit demselben Modell und zu einem höheren Preis je Token, am 11.10.2026 für Opus 5.5 8 Dollar Eingabe und 40 Dollar Ausgabe je Million Token. Im Abo läuft er immer über zusätzliches Guthaben, über Bedrock, Google, Foundry und Claude Platform on AWS gibt es ihn nicht.

  • Dokumentationerreichbar

    Anthropic, Pricing (externe Seite, platform.claude.com)

    platform.claude.comgeprüft 25.10.2026

    Anthropics Preisverzeichnis mit den Zahlen je Modell und den Aufschlägen daneben. Zwei Angaben darin wiegen für einen Vergleich schwerer als die Preise selbst: Die Modelle ab Claude 4.7 rechnen mit einem anderen Tokenizer, der für denselben Text rund 30 Prozent mehr Token erzeugt, und Claude Sonnet 5 kostet seit dem 01.09.2026 dauerhaft 2 und 10 USD je Million Token, angekündigt war das als Einführungspreis bis zum 31.08.2026. Abgerufen am 08.10.2026: Haiku 5.5 zu 0,10 und 0,50 bis 100.000 Token und zu 0,50 und 2,50 darüber, Sonnet 5.5 zu 2 und 10, Opus 5.5 zu 4 und 20, Fable 5.1 zu 10 und 50. Haiku 5.5 ist dabei das einzige neuere Modell mit einer Staffel nach Länge der Anfrage.

  • Dokumentationerreichbar

    Anthropic, Authentication (externe Seite, code.claude.com)

    code.claude.comgeprüft 25.10.2026

    Die Herstellerdokumentation zur Anmeldung bei Claude Code: Anmeldung im Browser beim ersten Start, außer mit bestätigtem API-Schlüssel oder früherer Anmeldung über claude auth login, die Kontoarten für Einzelne und Teams, die Reihenfolge, in der mehrere Zugangsdaten gelten, wo sie gespeichert werden, mehrere Konten über eigene Konfigurationsordner und ein Token mit einem Jahr Laufzeit für Skripte ohne Browser.

  • Dokumentationerreichbar

    Anthropic, Claude Code changelog (externe Seite, code.claude.com)

    code.claude.comgeprüft 25.10.2026

    Die Versionsliste von Claude Code mit Neuerungen, Verbesserungen und Fehlerbehebungen je Fassung, erzeugt aus der Datei CHANGELOG.md im GitHub-Repository. Jede Fassung steht mit ihrem Erscheinungsdatum da, am 09.10.2026 zuoberst 2.1.296 vom selben Tag.

  • Dokumentationerreichbar

    Anthropic, Enterprise deployment overview (externe Seite, code.claude.com)

    code.claude.comgeprüft 25.10.2026

    Die Übersicht der Herstellerdokumentation zu den Wegen, Claude Code in einer Organisation zu betreiben: Team und Enterprise, Console, Amazon Bedrock, Claude Platform on AWS, die Agent Platform von Google und Microsoft Foundry, je mit Abrechnung und Regionen. Für die Cloudanbieter rät sie, die Modellfassungen über Umgebungsvariablen festzulegen. Die Seite ist eine Herstellerdarstellung und empfiehlt das eigene Abo als besten Weg für die meisten Organisationen.

  • Dokumentationerreichbar

    Anthropic, Claude Code overview (Stand 24.02.2025) (externe Seite, docs.anthropic.com)

    docs.anthropic.comgeprüft 25.10.2026

    Die Übersichtsseite der Dokumentation zu Claude Code am Tag der Vorstellung, 24.02.2025, im Archivabbild. Sie führt das Werkzeug als Beta und Forschungsvorschau, installiert über npm mit Node.js 18 als Voraussetzung, und nennt claude-3-7-sonnet-20250219 als Standardmodell.

    Archivfassung (externe Seite, web.archive.org)

↑↓ auswählenEnter öffnenDie Suche läuft im Browser. Nichts wird übertragen.