Claude CodeKapitel 20 von 31

Subagents

Gleiches Kapitel, drei Tiefen. Die Wahl gilt überall und bleibt gespeichert.

Tiefe 1: Überblick · Lesezeit 8 Min. · Stand

Ein Subagent ist ein zweiter Claude, den die Sitzung für eine Teilaufgabe startet. Er arbeitet in einem eigenen Kontextfenster und meldet am Ende ein Ergebnis. Warum sich das lohnt und wann das Hauptgespräch die bessere Wahl bleibt, erklärt Vibe-Coding / Agentic Engineering, Kapitel 13. Dieses Kapitel zeigt die Mechanik in Claude Code: wie die Übergabe abläuft, was der Subagent zu sehen bekommt und was zurückkommt.

Wie Claude eine Aufgabe abgibt

Claude delegiert über ein eigenes Werkzeug, das Agent-Werkzeug. Version 2.1.63 gab ihm diesen Namen, vorher hieß es Task. Angaben mit dem alten Namen in Einstellungen und Definitionen gelten weiter (Doku zu Subagents (externe Seite, code.claude.com)). Den Auftrag formuliert Claude selbst: Es schreibt eine Nachricht, die die Aufgabe zusammenfasst, und mit ihr beginnt der Subagent.

Ob Claude delegiert, entscheidet es meistens allein. Es vergleicht die Aufgabe mit der Beschreibung jedes verfügbaren Subagents. Wer das nicht dem Zufall überlassen will, ruft einen Subagent gezielt auf, dazu weiter unten mehr.

Ein Subagent schickt eigene Anfragen an das Modell. Sie zählen gegen dasselbe Kontingent wie das Hauptgespräch. Das eigene Fenster bleibt dabei schlank, der Verbrauch wächst.

Was der Subagent sieht

Ein gewöhnlicher Subagent beginnt mit einem leeren, abgetrennten Fenster (Doku zu Subagents (externe Seite, code.claude.com)). Den bisherigen Verlauf sieht er nicht, ebenso wenig die Skills, die schon geladen wurden, und die Dateien, die Claude schon gelesen hat. In seinem Fenster liegen zu Beginn:

  • seine eigene Systemanweisung mit ein paar Angaben zur Umgebung, etwa dem Arbeits­ver­zeichnis. Die Systemanweisung von Claude Code bekommt er nicht.
  • der Auftrag, den Claude geschrieben hat
  • die CLAUDE.md-Dateien aller Ebenen, die auch das Hauptgespräch lädt
  • ein Abbild des Git-Stands beim Start
  • die Skills, die seine Definition ausdrücklich vorlädt

Was im Hauptgespräch geklärt wurde, kennt er also nur, wenn es im Auftrag steht. Eine Regel, die er unbedingt beachten muss, gehört deshalb in die Bitte, mit der man Claude die Arbeit abgeben lässt. Die Doku nennt als Beispiel ein Verzeichnis, das ignoriert werden soll. Für die meisten Regeln ist das unnötig, weil das Hauptgespräch den Bericht mit der ganzen CLAUDE.md liest.

Der Weg einer Teilaufgabe von oben nach unten: Claude schreibt den Auftrag und arbeitet weiter, der Subagent arbeitet für sich, sein Bericht geht durch eine Prüfung zurück. Zwei senkrechte Linien, links das Hauptgespräch, rechts der Subagent. Die Zeit läuft von oben nach unten. Oben schreibt Claude den Auftrag und gibt ihn über das Agent-Werkzeug ab. Im Hauptgespräch bleiben der bisherige Verlauf, die geladenen Skills, die gelesenen Dateien und die Systemanweisung von Claude Code. Der Subagent startet mit eigener Anweisung, dem Auftrag, der CLAUDE.md, einem Abbild des Git-Stands und den Skills aus seiner Definition. Der Subagent läuft in der Voreinstellung im Hintergrund, Claude arbeitet derweil im Hauptgespräch weiter. Mit -p und im Agent SDK wartet Claude, wenn es das Ergebnis braucht. Der Subagent liest und sucht und führt Befehle aus, seine Zwischenschritte bleiben bei ihm. Am Ende gibt er einen Schlussbericht ab. Claude Code prüft ihn, bevor Claude ihn liest, und setzt einen Kopf darüber, der ihn als Wort des Subagents ausweist. Claude wird benachrichtigt, liest den Bericht und erhält eine Kennung, über die der Subagent später weiterarbeiten kann. Explore und Plan lassen CLAUDE.md und Git-Stand weg und liefern keine Kennung. HAUPTGESPRÄCH SUBAGENT schreibt den Auftrag Auftrag über das Agent-Werkzeug BLEIBT HIER bisheriger Verlauf geladene Skills gelesene Dateien Anweisung von Claude Code STARTET MIT eigener Anweisung dem Auftrag CLAUDE.md, Git-Stand Skills aus der Definition arbeitet weiter Subagent läuft im Hintergrund liest, sucht, führt Befehle aus Zwischenschritte bleiben bei ihm Schlussbericht Claude Code prüft setzt einen Kopf: Wort des Subagents wird benachrichtigt, liest den Bericht, erhält eine Kennung Explore und Plan lassen CLAUDE.md und Git-Stand weg. Sie liefern auch keine Kennung. Die Zeit läuft nach unten. Mit -p wartet Claude, wenn es das Ergebnis braucht.
Hinein geht ein Auftrag, den Claude schreibt. Der Subagent arbeitet in seinem eigenen Fenster mit eigener Anweisung, zurück ins Gespräch kommt nur sein Bericht.

eigene Darstellung nach der Her­stel­ler­do­ku­men­ta­tion, Stand 12.10.2026

Was zurückkommt

Zurück kommt der Schlussbericht des Subagents. Seine Zwischenschritte, die gelesenen Dateien und die Ausgaben seiner Befehle bleiben in seinem Fenster. Bevor Claude den Bericht liest, prüft Claude Code ihn auf Text, der wie eine Anweisung an das Hauptgespräch aussieht (Doku zu Subagents (externe Seite, code.claude.com)). Der Grund: Ein Subagent hat womöglich Webseiten oder Dateien gelesen, die niemand gesehen hat. Der Bericht bekommt deshalb einen Kopf, der ihn als Wort des Subagents ausweist. Was darin wie eine Anweisung oder eine Zustimmung klingt, gilt nicht als Wort des Menschen am Terminal.

Mit dem Bericht bekommt Claude eine Kennung des Subagents. Über sie kann es ihn später weiterarbeiten lassen, mit dem ganzen bisherigen Verlauf. Wie das geht, steht auf der dritten Ebene.

Die eingebauten Subagents

Claude Code bringt eigene Subagents mit. Der bekannteste heißt Explore, ein schneller Agent, der nur liest und Code durchsucht (Doku zu Subagents (externe Seite, code.claude.com)). Schreiben und Bearbeiten sind ihm verboten. Beim Aufruf gibt Claude an, wie gründlich er suchen soll: quick, medium oder very thorough. Explore kam mit Version 2.0.17 vom 15.10.2025 und lief damals auf Haiku. Seit Version 2.1.198 vom 01.07.2026 nimmt er das Modell des Hauptgesprächs (Versionsliste (externe Seite, code.claude.com)). Läuft das Hauptgespräch auf Fable, hängt sein Modell vom Zugang ab. Mit einem Claude-Abo oder einem Console-Konto läuft er auf Opus, über Cloud-Anbieter wie Bedrock, Google oder Foundry bleibt er auf Fable (Doku zu Subagents (externe Seite, code.claude.com)). Wie man eine Erkundung beim Einarbeiten in fremden Code abgibt, zeigt Kapitel 09.

Daneben gibt es Plan, der im Plan-Modus den Code erkundet, und general-purpose für Aufgaben, die lesen und ändern müssen. Explore und Plan starten ohne die CLAUDE.md und den Git-Stand, damit die Suche schnell und billig bleibt. Dazu kommen kleine Helfer, etwa einer, der Fragen zu Claude Code beantwortet. Sie startet Claude in der Regel von selbst.

Eigene Subagents anlegen

Seit Version 1.0.60 vom 24.07.2025 kann man eigene Subagents anlegen (Versionsliste (externe Seite, code.claude.com)). Ein eigener Subagent ist eine Markdown-Datei mit einem Kopf in YAML. Der Kopf nennt mindestens einen Namen und eine Beschreibung, darunter steht die Systemanweisung des Subagents:

---
name: code-reviewer
description: Prüft Code nach jeder Änderung.
tools: Read, Glob, Grep
model: sonnet
---

Du prüfst Code. Nenne zu jedem Befund Datei, Zeile und einen Vorschlag.

Liegt die Datei in .claude/agents/ im Projekt, gilt der Subagent dort und lässt sich mit dem Repository teilen. In ~/.claude/agents/ steht er in jedem Projekt bereit. Die Doku rät zu einem eigenen Subagent, sobald man immer wieder dieselbe Art Helfer mit denselben Anweisungen losschickt.

Anfangs führte der Befehl /agents durch einen Dialog zum Anlegen. Diesen Assistenten hat Version 2.1.198 entfernt. Heute bittet man Claude, die Datei zu schreiben, oder schreibt sie selbst. /agents erinnert nur noch an diese beiden Wege (Doku zu Subagents (externe Seite, code.claude.com)). Welche Felder der Kopf sonst noch kennt, zeigt die zweite Ebene.

Einen Subagent gezielt aufrufen

Drei Wege führen zu einem bestimmten Subagent, vom schwächsten zum stärksten:

  1. Man nennt ihn im Prompt beim Namen. Claude entscheidet dann selbst, ob es delegiert.
  2. Man erwähnt ihn mit @, seit Version 1.0.62 vom 28.07.2025 (Versionsliste (externe Seite, code.claude.com)). Dann läuft genau dieser Subagent. Den Auftrag schreibt weiter Claude aus der ganzen Nachricht (Doku zu Subagents (externe Seite, code.claude.com)).
  3. Die ganze Sitzung läuft als dieser Subagent, gestartet mit claude --agent <name>. Das Hauptgespräch übernimmt dann seine Anweisung, seine Werkzeuge und sein Modell. Mehr dazu auf der zweiten Ebene.

Subagents laufen im Hintergrund

Seit Version 2.1.198 vom 01.07.2026 laufen Subagents in der Voreinstellung im Hintergrund. Claude arbeitet weiter und wird benachrichtigt, wenn einer fertig ist (Versionsliste (externe Seite, code.claude.com)). Mit -p und im Agent SDK kann Claude auf einen Subagent warten, nach eigenem Ermessen oder auf Bitte. Die genauen Regeln stehen auf der dritten Ebene. Ein Subagent im Hintergrund bekommt einen kleineren Satz an Werkzeugen als einer im Vordergrund, die Liste steht auf der zweiten Ebene. Wie man mehrere laufende Agenten überblickt und anhält, erklärt Kapitel 21. Subagents gehören dabei immer zu einer Sitzung. Mehrere Sitzungen, die Claude als Team startet und beaufsichtigt, sind ein eigenes Format, beschrieben in Kapitel 22.

Mehrere Subagents dürfen gleichzeitig laufen. Laufen schon zwanzig, scheitert in der Voreinstellung jeder weitere Start, bis einer fertig ist. Jeder dieser Subagents verbraucht dabei eigene Token, und jeder Bericht belegt Platz im Hauptgespräch (Doku zu Subagents (externe Seite, code.claude.com)).

Der Fork nimmt das Gespräch mit

Ein Fork ist ein Subagent, der das ganze bisherige Gespräch erbt (Doku zu Subagents (externe Seite, code.claude.com)). Er sieht dieselbe Systemanweisung, dieselben Werkzeuge, dasselbe Modell und den Verlauf. Man muss ihm also nichts neu erklären. Seine Zwischenschritte bleiben trotzdem draußen, ins Hauptgespräch kommt nur sein Ergebnis.

Version 2.1.117 vom 22.04.2026 machte den Fork über eine Umgebungsvariable verfügbar. Seit Version 2.1.232 vom 13.08.2026 ist der Fork-Modus im Terminal voreingestellt, Claude kann also selbst Forks starten. Seit Version 2.1.302 vom 16.10.2026 gilt das auch mit -p, im Agent SDK, in der Desktop-App und in VS Code (Versionsliste (externe Seite, code.claude.com)). Von Hand startet man einen Fork mit /subtask und einer Aufgabe dahinter, bis Version 2.1.211 hieß der Befehl /fork. Er erscheint dann in einer Leiste unter der Eingabe, und sein Ergebnis kommt als Nachricht ins Gespräch. Weil Systemanweisung und Werkzeuge gleich sind, nutzt seine erste Anfrage den Zwischenspeicher des Hauptgesprächs. Für Aufgaben, die denselben Zusammenhang brauchen, kostet er deshalb weniger als ein frischer Subagent. Wie der Zwischenspeicher rechnet, steht in Kapitel 05.

Quellen

3 Einträgealle erreichbar

Erreichbarkeit automatisch geprüft

  • Dokumentationerreichbar

    Anthropic, Create custom subagents (externe Seite, code.claude.com)

    code.claude.comgeprüft 25.10.2026

    Die Herstellerdokumentation zu Subagenten. Sie beantwortet die Frage, wozu man sie nimmt, über den Kontext statt über die Arbeitsteilung: Eine Nebenaufgabe, deren Suchtreffer, Protokolle und Dateiinhalte niemand wieder braucht, läuft in einem eigenen Fenster und gibt nur die Zusammenfassung zurück. Dazu die Kanten, die man beim Bauen trifft: eigene Tool-Liste und eigene Berechtigungen, eine Anlaufzeit, weil ein Subagent bei null anfängt, und die Beobachtung, dass viele ausführliche Rückgaben denselben Platz kosten, den man sparen wollte.

  • Dokumentationerreichbar

    Anthropic, Claude Code changelog (externe Seite, code.claude.com)

    code.claude.comgeprüft 25.10.2026

    Die Versionsliste von Claude Code mit Neuerungen, Verbesserungen und Fehlerbehebungen je Fassung, erzeugt aus der Datei CHANGELOG.md im GitHub-Repository. Jede Fassung steht mit ihrem Erscheinungsdatum da, am 09.10.2026 zuoberst 2.1.296 vom selben Tag.

  • Dokumentationerreichbar

    Anthropic, Claude Code overview (Stand 24.02.2025) (externe Seite, docs.anthropic.com)

    docs.anthropic.comgeprüft 25.10.2026

    Die Übersichtsseite der Dokumentation zu Claude Code am Tag der Vorstellung, 24.02.2025, im Archivabbild. Sie führt das Werkzeug als Beta und Forschungsvorschau, installiert über npm mit Node.js 18 als Voraussetzung, und nennt claude-3-7-sonnet-20250219 als Standardmodell.

    Archivfassung (externe Seite, web.archive.org)

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